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Einmal mit Schwung

TV-Vorab: Einheit

  • Von Gitta Düperthal
  • Lesedauer: ca. 1.5 Min.
Der Osten verkannt, verarmt und vergreist? Keineswegs, nach der Wende 1989 sei nicht nur abgewickelt und deindustrialisiert worden, konstatierten die Fernseh-autorinnen Anke Kossira und Ute von der Lieth optimistisch. Sie fanden drei neue Industrieansiedlungen, deren Geschichte sie in ihrer Reportage »Erfolgsgeschichten Ost« im Rahmen des Themenabends »15 Jahre deutsche Einheit« berichten. Allerdings beginnt der Report eher langweilig. Die Geschichte des kleinen Orts Glashütte, wo seit dem 19. Jahrhundert die Uhrenindustrie ansässig war, ist eine eher konventionelle Angelegenheit. Sicherlich, wunderbar für den Ort und die Region, dass die dort einstmals florierende Uhrenindustrie wieder läuft. Es ist durchaus zu begrüßen, dass dort Arbeitsplätze geschaffen wurden und Walter Lange vom Westen zurückkehrte und die alte Familientradition von Lange & Söhne in dem sächsischen Städtchen wieder aufleben ließ. Jetzt werden wieder Luxusuhren für den Weltmarkt produziert. Auch schön, dass andere Uhrenmanufakturen diesem Beispiel folgten. Doch was ist eigentlich so Besonderes an diesen Firmengründungen - etwa dass sie auf ostdeutschen Boden stattfanden? Wirklich interessant wird es erst gegen Ende des Reports, wenn es um die Firmengeschichte der Firma Q-Zells in Thalheim, einem kleinen Ort im Großraum Bitterfeld, geht. Die Solarzellen-Fertigung, die tatsächlich eine mutige Umsetzung von neuen ökologischen Zielen darstellt, und dort von einem pfiffigen Bürgermeister politisch getragen wird, ist in der Tat eine innovative Leistung. Dass diese Firma sich von 16 auf 700 Mitarbeiter gemausert hat, ist wohl wirklich als ostdeutsche Erfolgsgeschichte zu betrachten. Denn hier wurde Neues schwungvoll angepackt, was in den westlichen verkrusteten Strukturen von Politik und Wirtschaft vielleicht gar nicht in dieser Form möglich gewesen wäre. Von solchen und ähnlichen Geschichten, und wie sie sich en...

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