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Frauen werden im Schnitt 84 Jahre alt

Report zur sozialen und gesundheitlichen Lage von Senioren vorgestellt

Nirgendwo in der Europäischen Union gibt es so wenige ältere Arbeitnehmer wie in Brandenburg. Die hiesigen Unternehmen stellen über 50-Jährige kaum noch ein, erklärte Sozialministerin Dagmar Ziegler (SPD) gestern, als sie den Bericht »Gesund alt werden« vorstellte. Im Jahr 2003 habe es nur in 48 Prozent der Betriebe Beschäftigte gegeben, die 50 Jahre und älter waren. Der 85 Seiten umfassende Report »Gesund alt werden« informiert über die soziale und gesundheitliche Lage der Senioren in Brandenburg. Die durchschnittliche Lebenserwartung der märkischen Frauen liegt Ziegler zufolge inzwischen bei 84 Jahren. Damit sei inzwischen fast das bundesdeutsche Niveau von 84,7 Jahren erreicht. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Männern betrage 70,4 Jahre. Der Report geht davon aus, dass es im Jahr 2020 fast 29 300 Pflegeheimplätze geben wird. 2003 waren es rund 20 100 Plätze. Hier liege auch ein erhebliches Beschäftigungspotenzial, erklärte Ziegler. In den Einrichtungen gebe es gegenwärtig etwa 17 700 Arbeitsplätze. Deren Zahl werde sich in den kommenden 15 Jahren auf rund 25 000 erhöhen. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen von Rentnerhaushalten betrug 2003 im Osten 1642 Euro und im Westen 1920 Euro monatlich. Die älteren Menschen fühlen sich heute deutlich gesünder als noch vor einigen Jahren. Lediglich ein Fünftel der Männer und ein Viertel der Frauen im Alter von über 65 Jahren gaben 2003 an, kürzlich krank gewesen zu sein. 1999 lag dieser Anteil noch bei 34 bzw. 35 Prozent. Auch die Ärzte in Brandenburg werden immer älter. In ländlichen Regionen sind bereits heute 40 Prozent der Mediziner älter als 60 Jahre. Sie werden in absehbarer Zeit ihre Praxen aufgeben. Ziegler räumte deshalb ein, dass die Probleme in der ambulanten medizinischen Versorgung wachsen. Jetzt schon fehlen außerhalb des Speckgürtels rund um Berlin die gerade von alten Menschen benötigten Spezialisten wie Augenärzte oder Urologen. »Hier muss schnell ungesteuert werden«, forderte Ziegler. Künftig sollen auch Krankenhausärzte in Gesundheitszentren praktizieren können. Doch dafür bedarf es einer Änderung der rechtlichen Regelungen. Außerdem sollen durch zusätzliche finanzielle Anreize Mediziner dafür motiviert werden, leerstehende Praxen auf dem flachen Land zu übernehmen. Das Gesundheitsministerium verwies darauf, dass es zum Beispiel im Landkreis Oberspreewald-Lausitz nur 18,6 Hausärzte pro 10 000 Einwohner gebe, im Landkreis Potsdam-Mittelmark dagegen 34,4.

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