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Berlin mit Paris zu vergleichen, hieße, eine Mücke zum Elefanten zu machen. Von dem Ausmaß an Armut, Bandenkriminalität, Drogenhandel oder Ausgrenzung von Zuwanderern, dessen wir jetzt in der französischen Hauptstadt gewahr werden, ist die deutsche weit entfernt. Das ist einer anderen gesellschaftlichen Prägung zu verdanken. Und die Politik hat, wie nicht zuletzt der diesjährige 1.Mai zeigte, dazugelernt. Dennoch kann nichts ausgeschlossen werden. Die ursächlichen Probleme in Paris sind auch in unserer Stadt anzutreffen, wenn auch eher punktuell. Trotz vielfältiger Bemühungen von sozialen Hilfen über Quartiersmanagements bis zum persönlichen, ehrenamtlichen Engagement sollten wachsende Armut, fehlende Zukunftsperspektiven oder zumindest subjektiv empfundene Diskriminierung bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine Warnung sein. Wenn Berlin schon zum Sparen gezwungen ist, müssen die Folgen für den sozialen Zustand unserer Stadt sensibel beachtet werden. Auch wenn die Brandanschläge auf fünf Autos gestern früh in Moabit nicht mehr als Trittbrettfahrerei sein sollten, wäre Aufatmen fehl am Platze. Die Mediengesellschaft ermuntert geradezu zu Nachahmungstaten. Einmal eine Schlagzeile zu machen, das droht zum unrühmlichen Sport zu werden. Beleg dafür dürften die jeden Tag sich wiederholenden rechtsextremistischen Schmierereien sein. Nicht zu vergessen die zunehmende Verwahrlosung. Wenn wir sie nicht als Zeichen lesen, ist Berlin in einigen Jahren da, wo Paris heute ist.

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