Zwischen k. u. k., Sozialismus und Marktwirtschaft

Košice, die zweitgrößte Stadt der Slowakei, wird zusammen mit Marseille 2013 »Europäische Kulturhauptstadt« sein

  • Von Robert B. Fishman
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Bis 1918 war Košice, das damals noch Kaschau hieß, eine reiche Bürger- und Handelsstadt am Nordrand des großen ungarischen Königreichs. Nach dem Ersten Weltkrieg verteilten dann die Siegermächte den größten Teil Ungarns an die neuen Nachbarländer. Košice gehörte von nun an zur Tschechoslowakei.

Lange hat es gedauert, bis die österreichisch-ungarische Bürgerstadt dort heimisch wurde. Bis heute ist Ungarisch neben Slowakisch Alltagssprache. In die Hauptstadt Bratislava ist es fast doppelt so weit wie nach Budapest.

In seinen Romanen, wie den »Bekenntnissen eines Bürgers«, beschreibt der 1910 in Kaschau geborene Schriftsteller Sándor Márai, wie die gut situierten Familien der Stadt Slowaken nur als Bauern oder Dienstboten erlebten. In den gehobenen Kreisen sprach man Deutsch oder Ungarisch, orientierte sich nach Budapest und Wien. Zeit seines Lebens bezog Márai Inspiration aus seiner Heimatstadt, die er mit 15 verlassen hatte. Koš...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.