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Jetzt kann ich Feierabend machen

Sportlerin des Jahres: Magdalena Neuner

Biathletin MAGDALENA NEUNER hat ihren Titel verteidigt. Über die Heim-WM und das Leben nach dem Sport sprach sie mit OLIVER HÄNDLER.

nd: Herzlichen Glückwunsch, Frau Neuner.
Neuner: Dankeschön.

Am vergangenen Sonntag sagten Sie bei der Ehrung zu »Deutschlands Sportlerin des Jahres«, dass dies Ihr letzter Preis als Sportlerin sei. Nun ist doch noch einer dazu gekommen.
Ja, das ist total schön. Es ist das I-Tüpfelchen auf dem I-Tüpfelchen.

Bei unserem letzten Treffen im März überreichte ich Ihnen den nd-Sportlerpokal 2011 bei der WM in Ruhpolding. Fühlen sich solche Auszeichnungen jetzt anders an?
Alles fühlt sich anders an, wenn man Abstand vom Sport bekommt. Ich kann vieles mehr genießen, und Auszeichnungen bekommen noch mehr Gewicht. Es ist doch schön, hin und wieder noch mal nette Worte zugesprochen zu bekommen. Auch sonst ist alles entspannter. Ich habe zwar immer noch sehr viele Termine. Aber jetzt kann ich mal Feierabend machen. Als Sportler ging es 24 Stunden lang darum, sich gesund zu ernähren, früh ins Bett zu gehen und immer schön zu trainieren. Man macht sich ständig Gedanken über den Sport. Wenn jetzt ein Termin ansteht, bereite ich mich vor, ziehe die Sache durch, und danach kann ich heimfahren, abschalten und zum Mädelsabend gehen.

Sie sind seit neun Monaten nicht mehr aktiv. Wie viele Interviews führen Sie noch?
An manchen Tagen keins, an anderen fünf oder sechs. Das öffentliche Interesse ist auf jeden Fall noch da. Mich hat überrascht, wie interessant ich offenbar doch noch bin. Es ehrt mich, dass mich die Leute nicht vergessen haben.

Und nun schauen Sie Biathlon am Fernseher. Juckt es noch in den Füßen oder am Abzugsfinger?
Viel weniger, als ich selbst dachte. Als ich mir den ersten Wettkampf zu Hause auf der Couch ansah, fühlte sich das ganz normal an. Da war mir klar, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.

Brüllen Sie den Fernseher an, wenn die Ex-Kollegen danebenschießen?
Nicht direkt, aber es kann passieren, dass ich mal auf der Couch rumspringe, weil es so aufregend ist. Als Miri Gössner in Pokljuka auf der letzten Runde noch an die Spitze lief, konnte ich nicht mehr sitzenbleiben.

Und was machen Sie, wenn Sie nicht fernsehen?
Ich habe einen Fulltime-Job. So blöde das klingt: Mein Job ist quasi, Magdalena Neuner zu sein, Ich bin Werbegesicht, Botschafterin, Diskussionspartnerin. Es ist total spannend, verschiedenste Dinge auszuprobieren. Ich möchte mich noch nicht festlegen, weil es dazu gar keinen Anlass gibt.

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