Caroline M. Buck 28.12.2012 / Kino und Film

Eine Illusion innerhalb der Illusion

Ang Lee über seinen neuen Film „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“

Ang Lee gehört zu den meist-prämierten Regisseuren des marktgängigen Weltkinos. Mit „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ hat er seinem Werk eine weitere Facette hinzugefügt: die unerwartet bildgewaltige Reise eines Jungen und einer Raubkatze in einem Boot ganz allein auf dem Ozean. Caroline M. Buck hat Ang Lee zum Interview getroffen.

nd: War es Ihre Idee, Yann Martels „unverfilmbaren“ Bestseller in Bilder umzusetzen?Lee: (lacht) Nein, war es nicht. Als ich das Buch vor zehn Jahren las, habe ich es an meine Frau und meine Kinder weitergereicht, und wir haben viel darüber gesprochen. Aber einen Film habe ich darin nicht gefunden. Vor viereinhalb Jahren wurde es mir dann vom Studio angetragen. Ich war noch bei der Arbeit an einem anderen Film und hatte acht Monate, mir darüber Gedanken zu machen. Am Ende war es gerade die Herausforderung, die mich reizte. Es ist ein Buch über Illusionen, über abstrakte Ideen, die sich nicht beweisen lassen. Ich bin Filmemacher, ein Erzähler von Geschichten, ein professioneller Hersteller von Illusionen. Hier ging es also darum, mit den Mitteln des Illusionisten eine Illusion innerhalb der Illusion herzustellen. Das hat mich gereizt. Und damit waren alle Bedenken verflogen?Nein, die lange Passage auf dem offenen Ozean war immer noch ein Problem. Das hätte auch unglaublich langweilig werden können. Wasser, Wasser, immer nur Wasser. Darüber habe ich mit Tom Hanks viel gelacht (der in „Cast Away - Verschollen“ eine Robinson Crusoe-Rolle auf einer einsamen Insel spielte): wie steht man so viel Wasser durch? 3D war die Lösung. Ich hatte ein paar interessante Animationsfilme gesehen, die 3D-Effekte nutzten. Der Realfilm war noch nicht so weit, da wurden eher Horror- oder Actionfilme in 3D gedreht. Mir aber hat 3D die Möglichkeit gegeben, das Wasser lebendig zu machen. Am Ende musste ich nur noch durchsetzen, dass man mich den Film weit weg von Hollywood drehen ließ, weil ich die Sache auf meine Weise angehen wollte. Sie haben im heimischen Taiwan gedreht, aber auch am Ausgangsort der Handlung, im indischen Pondicherry. Was war Indien für Sie?Indien war mir gleichzeitig sehr fern und sehr nah. Die konservative, prüde Seite war mir vertraut, ich stamme ja auch aus Asien.

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