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Separat, aber nicht ganz

Katja Herzberg über die Unabhängigkeitsbemühungen Schottlands

Dass Separatismus und Nationalismus zwei verschiedene Ideen sind, beweist derzeit Schottland. Es will zwar nach Aussage seines Ersten Ministers Alex Salmond 2014 mit einem Referendum von Großbritannien loskommen, aber nicht ganz allein dastehen - vor einem mit der Abspaltung verbundenen Austritt aus der EU schlottern dem stämmigen Politiker zumindest die Knie. Salmond will noch vor der Unabhängigkeit Verhandlungen mit Brüssel über die Wahrung der EU-Mitgliedschaft führen.

Denn er weiß, dass das kleine Schottland es ohne Zugang zum EU-Binnenmarkt schwer haben würde, seine Produkte an den Europäer zu bringen. Und selbst wenn die Highlands neben alkoholischen Spezialitäten mit Ölvorkommen und Fischereiprodukten für die EU attraktiv sind, das politische Signal einer Sezession vom Königreich wäre alles andere als vertrauensbildend. Zudem machte Salmond erneut klar, dass er den Euro nicht will. Er denkt einzig an Schottlands wirtschaftlichen Vorteil.

Solch einseitiges ökonomisches Interesse wird sich die EU vielleicht nicht gefallen lassen. Salmond sollte seine Position überdenken, will er mit Schottland in der EU und selbst an der Macht bleiben. Das schottische Volk ist zwar eigen, aber eine mehr als geografisch bedingte Abkopplung von Europa wird es nicht hinnehmen, wenn erst weniger Straßen gebaut und ausländische Produkte teurer werden.

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