Chancen und Grenzen

Inklusion ist in aller Munde, doch ihre Realisierung ist schwierig - ein Beispiel aus Sachsen

  • Von Heidrun Böger
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Im Dezember hat in Sachsen eine Expertenkommission Vorschläge zur Einbeziehung behinderter Kinder in den normalen Schulalltag in Sachsen vorgelegt. Das Gremium aus Vertretern von Behindertenverbänden, Gewerkschaften, Kommunen und Schulen machte deutlich, dass in Sachsen noch viel zu tun sei, um die UN-Behindertenrechtskonvention mit Leben zu erfüllen. Der Fall des Tobias Nguyen lässt ahnen, wie schwierig die Umsetzung ist.

Tobias Nguyen ist 18 Jahre alt und besucht die Christliche Schule in Dresden. Hier würde er gern seinen Abschluss der 9. Klasse machen. Doch das ist schwierig. Dass Tobias als 18-Jähriger momentan die 8. Klasse besucht, hat einen Grund: Tobias ist gehörlos.

Der Jugendliche hat Probleme, dem Unterricht zu folgen. Er versteht nicht, was die Lehrerin sagt und kann das nur mit den Augen ausgleichen, indem er sich zum Beispiel Tafelbilder einprägt. Dennoch hat er gute bis befriedigende Noten. Tobias Mutter Kati Nguyen: »Die Schule sieht sich nicht mehr in der Lage, Tobias weiter zu unterrichten.« Die Anforderungen werden mit jedem Schuljahr komplexer, und aus Sicht der Schule muss Tobias, der seit zwei Jahren hier unterrichtet wird, wechseln. Doch Kati Nguyen würde ihren Sohn gern auf der Schule lassen: »Überall ist von Inklusion die Rede, davon dass auch behinderte Kinder in den normalen Unterricht integriert werden.«

Dass d...


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