»Ich hatte Todesangst«

Zwei Neonazis wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt

  • Von Peter Kirschey
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die bewegendste Szene spielte sich vor dem Gerichtssaal ab: Eine Rudower Bürgerin geht auf die beiden Angeklagten zu, die ihre Gesichter hinter Papier verstecken. »Ich will euch in die Augen schauen. Seid ihr es, die unser Haus mit Pflastersteinen bewerfen? Zeigt euch. Ich will sehen, wie die Leute aussehen, die uns terrorisieren.« Doch die beiden scheuen Jungmänner flüchten in einen Wandelgang des Moabiter Gerichts, und sie zeigen sich erst zum Prozessauftakt wieder.

Der eine der beiden Gewaltmenschen, der 26-Jährige Sebastian T., gehört zum harten Nachwuchskern der Berliner NPD-Szene, nennt sich Kreisvorsitzender der NPD-Neukölln und Beisitzer im Landesvorstand; der andere, der 22-jährige Julian B., ist eher noch ein Nazifrischling. Beide mit Gewalterfahrung, beide gehören sie zur Rudower braunen Szene, die die dortigen Bewohner in Angst und Schrecken versetzt.

Jetzt sind sie der gefährlichen Körperverletzung und der B...


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