Österreichs Wähler stimmten für die Wehrpflicht

Referendum bereitete den Befürwortern eines Berufsheers eine klare Niederlage

  • Von Hannes Hofbauer, Wien
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Volksabstimmung in Österreich fiel überraschend eindeutig aus: 60 Prozent sprachen sich für die Beibehaltung der Wehrpflicht aus, nur 40 Prozent stimmten für ein Berufsheer.

Das Referendum endete mit einem Debakel für die Sozialdemokratie, die Boulevardpresse stieß an die Grenzen des Volkswillens. Dem bestehenden Bundesheer wurde Funktionsfähigkeit in punkto Katastrophenschutz und Verteidigung der (Rest-)Neutralität attestiert, Privatisierung und Verkleinerung des Zivildienstes erhielten eine deutliche Abfuhr.

Parteipolitisch darf sich die konservative ÖVP über das Ergebnis der Volksbefragung freuen. Sie war geschlossen - wenn auch erst seit wenigen Jahren - für die Beibehaltung der Wehrpflicht aufgetreten, während beim Koalitionspartner SPÖ nur die Spitzen der Bundespartei - aber dafür vehement - für ein Berufsheer agitierten. Sozialdemokratische Landeshauptleute, exponierte Antifaschisten und die Sozialistische Jugend sprachen sich gegen die Aufstellung einer Söldnertruppe aus.

Die befürchtete Bes...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.