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Anerkennung, die keiner will

Schmähpreise für den schlimmsten Konzern und das gefährlichste Finanzprodukt - Preisträger gesucht

  • Von Laura Valentukeviciute
  • Lesedauer: 3 Min.

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Laura Valentukeviciute engagiert sich bei attac und arbeitet als Koordinatorin bei Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB).
Laura Valentukeviciute engagiert sich bei attac und arbeitet als Koordinatorin bei Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB).

»And the winner is...« hört man rund um den Jahreswechsel besonders oft. Dann werden Preise für die innovativste Wirtschaftsidee, den besten Film oder zweifelhafte Friedensbemühungen verliehen. Glanz und Gloria ist auf der Tagesordnung. Die Preisgekrönten bekommen Aufmerksamkeit und Anerkennung. Diese Preise werden gerne entgegengenommen und hochgehalten.


Aber es gibt auch Preise, die am liebsten gar nicht entgegengenommen werden. Die Gekrönten sind Unternehmen und Personen, auch sie verdienen allgemeine Aufmerksamkeit, aber nicht, weil sie die Welt voranbringen, sondern weil sie die Umwelt verpesten, mit waghalsigen Spekulationen die Weltwirtschaft gefährden oder einfach skrupellos jegliche Arbeitsstandards verletzten und ihre Beschäftigten ausbeuten. Solche Schmähpreise haben das Ziel, Konzernskandale ins Scheinwerferlicht zu stellen und so Druck auszuüben, dass die Konzerne ihre menschen- und umweltschädlichen Praktiken einstellen. Übers Jahr verteilt gibt es viele Schmähpreise, etwa den »Black Planet Award« für die Missachtung von ethischen Prinzipien, die "BigBrotherAwards" für die schlimmsten Datenschutzverletzer oder den »Dinosaurier des Jahres« – der peinlichste Umweltpreis Deutschlands. Zwei weitere Preise, über die man gerade abstimmen kann, will ich genauer vorstellen

Public Eye Award

Zum jährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos verleihen Greenpeace Schweiz und die »Erklärung von Bern« seit 2005 einen Schmähpreis an unsoziale und unökologische Konzerne. Im Rennen um den »Public Eye Award« sind dieses Jahr sieben Unternehmen aus der Finanz-, Rohstoff- und Sicherheitsbranche, wobei bislang die meisten Stimmen der Ölkonzern Shell und der Finanzdienstleister Goldman Sachs auf sich ziehen. Shell ist für seine Ölkatastrophen bekannt und ungeachtet der enormen Risiken will der Konzern in der höchst empfindlichen Arktis nach fossilen Brennstoffen suchen. Goldman Sachs wurde von dem Filmteam KernTV vorgeschlagen. Aus den Untersuchungen zu ihrem neuen Film »Wer rettet wen?« geht hervor, dass Goldman Sachs bei jeder größeren Finanzkrise verdient und eine Mitverantwortung für den Ruin Griechenlands und die Eurokrise trägt. Man kann online noch bis 23. Januar abstimmen.


Die gefährlichsten Finanzprodukte Europas

Die Finanzkrise wurde durch die Lockerung der Gesetze für die Finanzmarktregulierung erzeugt. So entstanden intransparente und komplexe Finanzprodukte, die die Stabilität ganzer Volkswirtschaften aufs Spiel setzen und deren Risiken selbst die Finanzprofis nicht überblicken. Diese Produkte gehören abgeschafft. Eigentlich sind dafür neu installierte Finanzaufsichtsbehörden zuständig. Leider wird davon aber bis jetzt zu wenig Gebrauch gemacht. Damit sich das ändert, haben die NGOs WEED und Share gemeinsam mit dem Attac-Mitbegründer und Europaabgeordneten Sven Giegold einen Wettbewerb um das »Das gefährlichste Finanzprodukt Europas« ins Leben gerufen. Bis zum 15. Februar können dazu Vorschläge eingereicht werden. Danach wird im Internet über die Nominierten abgestimmt. Für den »Gewinner« winkt ein besonderer Preis: So soll danach ein Verbot durch die Aufsichtsbehörden erwirkt werden.

Vier Bewegungsaktivisten informieren abwechselnd jeden Dienstag im »nd«-Bewegungsblog über Debatten und Aktionen der Bewegungen, sie kommentieren oder kritisieren. Den nächsten Beitrag schreibt die Bürgerrechtsaktivistin Elke Steven.

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