Patientengespräch op Platt

In der Asklepios-Klinik Hamburg-Wandsbek wird versucht, Heimatgefühle für eine gute Behandlungsatmosphäre zu nutzen

  • Von Lea Sibbel, dpa
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Seit Deutschland die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen unterzeichnet hat, gilt dem Niederdeutschen wieder besondere Aufmerksamkeit. In einem Hamburger Krankenhaus soll das Plattdeutsche nun ein Stück Zuhause ins Klinikleben der Patienten zu bringen.

Hamburg. In der Asklepios-Klinik Wandsbek drücken Pfleger, Ärzte und Unternehmensführung seit kurzem wieder die Schulbank. Doch Lehrer Achim Böker spricht nicht in Medizinerdeutsch zu seinen Schützlingen. Und auch nicht in Hochdeutsch. Achim Böker snackt Platt. Denn damit sich die Mitarbeiter in der Wandsbeker Klinik besser mit ihren Patienten verständigen können, kriegen sie plattdeutschen Sprachunterricht. Das Pilotprojekt ist Anfang Januar mit dem Kurs gestartet.

Der Anstoß kam unter anderem von Annette Elwert, die das Marketingteam der Asklepios-Kliniken leitet. »Für ältere Patienten ist Platt wichtig«, erklärte Elwert, was sie im Klinikalltag beobachtet hat. Welche Rolle Platt im norddeutschen Raum heute noch spielt, belegen Zahlen. Uwe Hansen, stellvertretender Vorsitzender des Plattdeutschen Rats für Hamburg schätzt, dass insgesamt über zwei Millionen Menschen Platt sprechen, in der Hansestadt sind es rund 100 000.

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