Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Gefahren aus allen Himmelsrichtungen

Polen bangt um seine Sicherheit auch in Afrika

  • Von Julian Bartosz, Wroclaw
  • Lesedauer: 2 Min.
Sobald die auf einzelne Teilnehmer der »Schulungsmission« in Mali entfallenden Kosten feststehen, will Polens Regierung die Entscheidung treffen, wie stark das Kontingent an polnischen »Ausbildern« im westafrikanischen Land sein wird.

Dass Polen sich verpflichtet fühlt, auch an der Mali-Mission teilzunehmen, war für Außenminister Radosław Sikorski schon vor Wochen überhaupt keine Frage. Mali liege in Europas Nähe, und wenn dort Terroristen die Oberhand gewännen, sei Europas Sicherheit, also auch die polnische, bedroht.

Der ehemalige Verteidigungsminister Romuald Szeremetiew sieht indes die Bedrohung aus einer ganz anderen Richtung. Wie er neulich in einer rechtsgerichteten Wochenzeitung schrieb, sei das von Russland und Belarus für den Herbst angekündigte Großmanöver »Sapad 2013« ein klares Zeichen dafür, aus welcher Richtung Polen Gefahr drohen kann. Im »Studio Wschod« von TVP widersprach der russische Militärexperte Viktor Litowkin und tat Szeremetiews Ausführungen als »Blödsinn eines Verrückten« ab.

Über Gefahren, die abgewehrt werden müssten, äußerte sich dieser Tage auch der amtierende Verteidigungsminister Tomasz Siemoniak. Zur Abschreckung jeglichen Aggressors müsse Polen sein militärisches Potenzial auf einem angemessenen Niveau halten. Daher plane sein Ressort in einem Langzeitprogramm Rüstungsausgaben von insgesamt 130 Milliarden Zloty (rund 33 Milliarden Euro). Konkret könnte das heißen, dass der auf fast zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts festgesetzte Militäretat erhöht werden müsse.

In täglichen Bulletins des Büros für Nationale Sicherheit wird laufend über die Aktivitäten des militärischen Chefberaters von Präsident Bronisław Komorowski, Stanisław Koziej, berichtet, der eine Reform des Oberbefehls der polnischen Streitkräfte vorantreibt: Da soll der Generalstab in zwei Abteilungen geteilt werden - eine für Friedenszeiten, die andere für den Kriegsfall!

Mehr Absurdes im Militärischen gibt es an der Weichsel derzeit nicht. Dafür die Information aus Afghanistan: Dort ist der 38. polnische Soldat gefallen. Das war TVP jedoch nur eine kurze Meldung wert.

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung
  • Lastschrift

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln