Merkels Vertrauen ist nicht viel wert

Es geht nicht um das Schicksal von Annette Schavan, sondern um die Bildungspolitik

  • Von Gabriele Oertel
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Rücktrittsforderungen auf der einen, Durchhalteparolen auf der anderen Seite. Dabei ist ziemlich egal, ob Annette Schavan heute, morgen oder erst im Herbst nach der Bundestagswahl in der Versenkung verschwindet. Die Probleme in der Bildungspolitik bleiben uns allen erhalten.

Dass die Kanzlerin gestern noch volles Vertrauen in ihre Bildungsministerin bekundete, kann Annette Schavan nicht wirklich beruhigen. Gerade weil sie weiß, wie schnell der Wind sich bei Angela Merkel drehen kann, hat sie ja schon im Dezember 2012 einen Teilrückzug angetreten und nicht wieder als deren Stellvertreterin in der CDU kandidiert. Auch wenn Schavan dies freilich nicht als Eingeständnis nach den monatelangen Plagiatsvorwürfen gewertet haben wollte - dass die heute 57-Jährige, die vor wenigen Tagen vom CDU-Kreisverband Ulm als Bundestagskandidatin erneut ins Rennen geschickt wurde, nach dem Verlust des Doktorhutes noch einmal in einem wie auch immer gearteten Kabinett unter Merkel landet, kann eher als unwahrscheinlich gelten.

Da sind die CSU-Granden, die ihr den wenig gnädigen Umgang mit der vorübergehenden bayerischen Lichtgestalt Karl-Theodor zu Guttenberg in z...


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