Bonjour Tristesse

Das Debüt »Tanta agua« aus Uruguay überzeugt im Panorama

  • Von Hans-Günther Dicks
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Endlich sind sie angekommen am Ziel ihrer länger geplanten Urlaubsreise, die das Eis brechen soll zwischen Vater Alberto und seinen bei der Mutter lebenden Kindern Lucia (14) und Federico (10). Nun sitzen die drei in ihrem Auto an einem ganz besonderen Ort, der alles bietet, was man von einer Touristenattraktion ersten Ranges erwartet: eine Super-Ferienanlage mit Thermalbad, tollen Ausflugs- und Freizeitangeboten in malerischer Flusslandschaft, gefunden in Reiseprospekten, aus denen Lucia mit bitter ironischem Unterton gerade dem Vater vorliest. Denn alle hymnische Prospektlyrik kann nichts ausrichten gegen den Dauerregen, der ohne Aussicht auf ein Ende aufs Autodach trommelt und die Sicht trübt - ein Bild, das selbst Steine erweichen und zu Tränen rühren müsste. Ein Bild des Erbarmens, auf das selbst der Filmtitel »Tanta agua« (»Soviel Wasser«) nicht ausreichend vorbereitet; auch alle noch folgenden Urlaubs-»Katastrophen« - das The...


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