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Gedenkstätten feiern zwei Jahrzehnte

Mehr Arbeit, weniger Mitarbeiter: Stiftung fordert Aufstockung des Jahresetats

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Oranienburg (epd/nd). Rund 8,6 Millionen Menschen haben in den vergangenen 20 Jahren Orte des NS-Terrors in Brandenburg wie die KZ-Gedenkstätten Sachsenhausen und Ravensbrück besucht. Die Bewältigung der Aufgaben der Gedenkstätten werde jedoch wegen unzureichender Finanzierung immer schwieriger, sagte der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Günter Morsch, am Dienstag. Die Stiftung feiert Ende Februar ihr 20-jähriges Bestehen.

So habe die Zahl der langfristig beschäftigten Mitarbeiter von 72 im Gründungsjahr 1993 auf inzwischen nur noch 57 verringert werden müssen, während zugleich die Aufgaben der Stiftung zugenommen hätten, sagte Morsch. Zwar hätten das Land Brandenburg und der Bund immer wieder nachgesteuert und zusätzliche Mittel bereit gestellt. Notwendig wäre jedoch, den Etat von derzeit rund 5,8 Millionen Euro im Jahr um 300 000 bis 500 000 Euro zu erhöhen, sagte Morsch.

Die finanzielle Ausstattung der Gedenkstätten werde ihrer Bedeutung als moderne zeithistorische Museen nicht gerecht, betonte er. So werde viel zu wenig beachtet, dass Brandenburg bei der Umgestaltung der Gedenkstätten bundesweit Pionierarbeit geleistet habe.

Der Wandel in der Gedenkstättenarbeit nach dem Ende der DDR habe auch dazu beigetragen, nach 1989 den Weg Deutschlands in die europäische Staatengemeinschaft zu ebnen, betonte Morsch. »Die Gedenkstätten sind für das Ansehen Deutschlands in der Welt von großer Bedeutung.«

Seit 1993 seien in Baumaßnahmen der Stiftung wie die Sanierung der KZ-Gedenkstätten rund 61 Millionen Euro investiert worden, sagte Morsch weiter. Knapp 39 Millionen Euro wurden dabei für die Gedenkstätte Sachsenhausen und rund 21 Millionen Euro für die Gedenkstätte Ravensbrück verwendet.

Zum 68. Jahrestag der Befreiung im April will die Stiftung in Ravensbrück eine neue Dauerausstellung eröffnen. Damit erhalte die Gedenkstätte ein »neues museales Zentrum«, sagte Leiterin Insa Eschebach. Zu den besonderen Exponaten gehören unter anderem ein katholischer Rosenkranz aus kleinen Kugeln aus Brotteig und ein Kissen, das eine Häftlingsfrau nach der Befreiung aus ihrer Haftkleidung genäht hat.

In Oranienburg wird 2013 am ehemaligen Sitz der zentralen Verwaltung für sämtliche Konzentrationslager der Nationalsozialisten im sogenannten T-Gebäude eine neue Dauerausstellung eröffnet, die über die Geschichte der Steuerung des KZ-Systems mit seinen 31 Hauptlagern und mehr als 1000 Außenlagern informiert. Nach der Zerstörung des Reichssicherheitshauptamtes in Berlin sei das Gebäude in Oranienburg das wichtigste erhaltene Bauzeugnis der NS-Schreibtischtäter, betonte Morsch. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten feiert ihr 20-jähriges Bestehen am 26. Februar mit einem Festakt in Potsdam. Als Festredner wird der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, Avi Primor, erwartet.

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