Werbung

Fusion mit Gemüt

Klaus Joachim Herrmann über Aufforderungen zu einer Länderfusion von Berlin und Brandenburg

Jüngste Aufforderungen zu einer Länderfusion von Berlin und Brandenburg kommen von Politikern mit Verantwortung fürs Geld. Das ist die Regel. Petra Merkel als Chefin den Haushaltsausschusses des Bundestages sieht die Möglichkeit zu einem gerechten Ausgleich der Länderfinanzen. Wenn erst einmal die Infrastruktur nicht mehr funktioniere, so Berlins Finanzsenator Ulrich Nußbaum höflich-drastisch, werde man sich schon überlegen, wie wichtig einem noch die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Bundesland sei.

Die Rechner, zu denen ganz vorn natürlich die Wirtschaft zählt, haben die Logik offenbar auf ihrer Seite. Synergieeffekte hieße das Zauberwort. Schon jetzt arbeiten gemeinsame Ämter und Gerichte in Berlin und Brandenburg. Stadt und Speckgürtel gehören einfach zusammen. Irgendwann haben beide Länder gemeinsam vielleicht sogar einen großen Flughafen.

Doch 1996 scheiterte in einer Volksabstimmung ein Zusammenschluss schmählich an den Brandenburgern. Neuauflagen wurden nicht ernstlich gewagt, in Wahljahren schon gar nicht. Zu groß ist die Angst vor einer erneuten Pleite. Den Nachbarn bleibt nämlich die niemals ausgeräumte Sorge, von Berlin untergebuttert zu werden. Eine Länderfusion gelingt aber nur nach Kassen- und Gemütslage gleichermaßen.

nd Journalismus von links lebt vom Engagement seiner Leser:innen

Wir haben uns angesichts der Erfahrungen der Corona-Pandemie entschieden, unseren Journalismus auf unserer Webseite dauerhaft frei zugänglich und damit für jede:n Interessierte:n verfügbar zu machen.

Wie bei unseren Print- und epaper-Ausgaben steckt in jedem veröffentlichten Artikel unsere Arbeit als Autor:in, Redakteur:in, Techniker:in oder Verlagsmitarbeiter:in. Sie macht diesen Journalismus erst möglich.

Jetzt mit wenigen Klicks freiwillig unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung