Andreas Fritsche 13.02.2013 / Berlin / Brandenburg

Keine Gnade für kühle Köpfe

Verhandlung zur Residenzpflicht am Landgericht Potsdam trieb absurde Blüten

In einem Prozess gegen einen Kameruner geht es um das Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit. Die Verhandlung am Dienstag allerdings drehte sich eher um Benimmregeln und die Temperatur im Gerichtssaal.

»Nehmen Sie bitte die Mütze ab!« Immer wieder verlangte das die Richterin von dem einen oder anderen Zuschauer, der am Dienstagvormittag Saal fünf des Potsdamer Landgerichts betrat. Als die Fenster geöffnet wurden, strömte frische, aber vor allem auch kalte Luft herein. Doch die Richterin kannte in ihren Benimmregeln keine Gnade. »Nehmen Sie die Mütze ab«, »Nehmen Sie die Kapuze herunter«, verlangte sie beinahe gebetsmühlenartig und reagierte allergisch auf Widerspruch. Zuhören dürfe man hier, nur zuhören, aber als Zuschauer nichts sagen. Sie drohte sogar mit Ordnungsgeld oder Ordnungshaft, Strafen also, die wahrscheinlich drastischer wären als dass, womit der Angeklagte Bisso G. rechnen muss.

Grundsätzliche Klärung

Für Bisso aus Rathenow dreht es sich darum, ob er eine Geldbuße von 150 Euro aufgebrummt bekommt, weil er 2006 am Berliner Hauptbahnhof angetroffen und 2008 als Schwarzarbeiter auf einer Baustelle an der Storko...

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