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Kapitalismus? Ekelhaft!

Neuer Skandal: Spuren von Kapitalismus in der sozialen Marktwirtschaft festgestellt

  • Von Wolfgang Hübner
  • Lesedauer: 2 Min.

Erst der Pferdefleischskandal, und jetzt auch noch das: In der sozialen Marktwirtschaft wurden bei Tests Spuren von Kapitalismus entdeckt. Wie namhafte Wirtschaftsinstitute nach der Untersuchung von Proben bestätigten, könne zumindest nicht ausgeschlossen werden, dass die soziale Marktwirtschaft Anteile von Kapitalismus im messbaren Bereich enthält. Am deutlichsten fiel der Befund bei zunächst analysierten Proben aus Griechenland und Portugal aus. Doch inzwischen weitet sich der Skandal aus. Auch in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und anderen Staaten wurden Anzeichen von Ausbeutung und Profitmacherei entdeckt.

Experten reagierten mit Entsetzen auf die schockierenden Nachrichten. „Kapitalismus? In unserer sozialen Marktwirtschaft? Das ist ja ekelhaft!“ empörte sich Prof. Hans Werner Sinn vom ifo Institut. „Wo soziale Marktwirtschaft draufsteht, darf nicht irgend etwas anderes wie beispielsweise Kapitalismus drin sein“, erklärte der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine schnelle und gründliche Untersuchung. Es müsse „umgehend aufgeklärt werden, wie es sein kann, dass irgendwelche Kapitalisten offenbar jahrzehntelang hinter unserem Rücken unter dem Deckmantel der sozialen Marktwirtschaft ihre Geschäfte machen“. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kündigte für den Fall seines Wahlsiegs entschlossene Maßnahmen an, die verhindern sollen, dass Kapitalismus sich in der sozialen Marktwirtschaft noch weiter ausbreitet. Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin sprach von grober Verbrauchertäuschung und verlangte, die soziale Marktwirtschaft so lange auszusetzen, bis sie wieder kapitalismusfrei angeboten werden könne. Gelinge dies nicht, müsse zumindest der Kapitalismus-Anteil auf der Verpackung deutlich sichtbar angegeben werden.

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