Operation »Kläranlage«

Wie ein erfahrener BKA-Hauptkommissar eine NSU-Kontaktliste für bedeutungslos erklärte

  • Von René Heilig
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.

Dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages läuft die Zeit davon. Bis zum Mai ist Zeit zur Beweisaufnahme, dann beginnt die Arbeit am Abschlussbericht. Doch viele offene Fragen stehen noch auf der Liste. Und es kommen immer weitere hinzu. Eine lautet: Warum behinderte das Bundeskriminalamtes (BKA) die Fahndung nach den Neonazi-Terroristen?

Gestern traf sich der Ausschuss, der die Verbrechen des »Nationalsozialistischen Untergrundes« (NSU) und das Versagen des Staates bei der Verfolgung der Mörderbande untersuchen soll, zu seiner 54. Sitzung. Geladen waren einstige und noch aktive Verfassungsschützer aus Thüringen. Allen voran der in vieler Weise skurrile Ex-Präsident Helmut Roewer.

Sein Vize Peter Jörg Nocken verwickelte sich in zahlreiche Widersprüche, als es um die Zusammenarbeit mit V-Leuten ging. Auch dass sein Landesamt die Anwaltrechnungen bezahlte, wenn Super-Spitzel Tino Brandt, NPD-Führungsmann und Chef des rechtsextremen Thüringer Heimatschutzes, mal wieder über die Stränge geschlagen hat. Anwalt war übrigens der NPD-Führungsmann Hans Günter Eisenecker.

Am heutigen Freitag sind Michael Brümmendorf, Kriminalhauptkommissar beim BKA, und seine Kollegin Christiane Beischer-Sacher als Zeugen geladen. Brümmendorf muss erklären, warum er 1998 die Fahndu...

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