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Steuerrecht wird nicht einfacher

Hilfe für Arbeitnehmer bietet Lohnsteuerhilfeverein

  • Von Klaus Rautenfeld
  • Lesedauer: 3 Min.

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»Die Steuererstattung in diesem Jahr wird für viele Arbeitnehmer eine holprige Angelegenheit«, sagt Bernd Werner. Der 1. Vorsitzende der Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck, rät deshalb: »Arbeitnehmer sollten eine Beratung suchen.« Dazu bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Eine Möglichkeit sind Lohnsteuerhilfevereine.

Was ist los bei der Lohnsteuererstattung im Jahr 2013? Zunächst gibt es eine Verzögerung. Die notwenigen Steuerdaten, wie etwa die Beitragsdaten zur Altersversorgung, liegen erst ab März vor. »Anders als sonst können die Steuererklärungen vorher gar nicht von den Finanzämtern abgearbeitet werden«, sagt Bernd Werner. Darüber hinaus sei zu erwarten, dass es bei der Umstellung auf die elektronische Steuerkarte unter anderem falsche Einträge und damit falsche Berechnungen gebe: »Arbeitnehmer sollten unbedingt ihre Lohnabrechnungen prüfen«, rät Bernd Werner.

Die aktuellen Vorkommnisse sind nur zwei Gründe, warum eine steuerliche Beratung sinnvoll ist. Arbeitnehmer haben dazu mehrere Möglichkeiten: Sie schlagen sich selbst durch den Steuer-Dschungel; Sie kaufen eines der Steuerprogramme. Bernd Werner: »Man sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass das Steuerrecht nicht einfacher geworden ist. Ich habe alle Achtung vor Laien, die sich selbst in die Materie einarbeiten.« Die Gefahr, dabei Steuergelder zu verschenken, sei jedoch hoch. »Anders als bei der Steuerberatung bzw. Steuerhilfe gebe es keine Gewährleistung für Arbeitnehmer, dass sie auch tatsächlich die Steuern zurückerstattet bekommen, die ihnen zustehen.«

Hier kommen die Lohnsteuerhilfevereine ins Spiel. Sie wurden 1964 auf Betreiben der Gewerkschaften gesetzlich ermöglicht. Die Ziele erläutert Bernd Werner vom Lohnsteuerhilfeverein für Arbeitnehmer: »Lohnsteuerhilfevereine sollten Arbeitnehmern eine erschwingliche und zugleich seriöse steuerliche Beratung ermöglichen.«

Lohnsteuerhilfevereine dürfen also keine Unternehmen oder Selbständige in Steuerfragen beraten. Das Steuerberatungsgesetz (STBerG) legt fest, dass die Vereine nur für Arbeitnehmer, Angestellte, Rentner oder Auszubildende tätig werden dürfen. Bernd Werner: »Damit ein Arbeitnehmer unsere Leistungen in Anspruch nehmen kann, muss er Mitglied werden.« Die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck staffelt – wie alle Vereine – ihre Mitgliederbeiträge nach Einkommen. Wer mehr verdient, zahlt auch etwas mehr. Mit diesem Mitgliedsbeitrag ist ein ganzes Paket an Leistungen bezahlt. So bieten Lohnsteuerhilfevereine unter anderem: Einkommensteuererklärung, Anträge auf Lohnsteuerermäßigung, Einsprüche gegenüber Finanzämtern, Kindergeldanträge, Anträge auf Nichtveranlagung, Anträge auf vermögenswirksame Leistungen. Darüber hinaus dürfen Lohnsteuerhilfevereine auch in aller Regel steuerliche Hilfe bei folgenden Einkunftsarten anbieten: Einkünfte aus Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, Sonstigen Einkünften

Hierbei dürfen die Einnahmen bei Ledigen 13 000 Euro oder bei Verheirateten 26 000 Euro nicht übersteigen. »Eines der wichtigsten Merkmale von Lohnsteuerhilfevereinen ist die Gewährleistung«, sagt Bernd Werner. Das Mitglied eines Lohnsteuerhilfevereins hat einen gesetzlichen Anspruch auf bestmögliche steuerliche Hilfeleistung. »Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zum Selbstversuch oder zu PC-Steuerprogrammen.«

In Deutschland sind rund 30 Lohnsteuerhilfevereine tätig. Sie beraten etwa ein Fünftel aller Arbeitnehmer (28,8 Millionen, Bundesagentur für Arbeit, 2012) in steuerlichen Fragen. Die Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V. gehört zu den größten Lohnsteuerhilfevereinen in Deutschland – inzwischen mit mehr als 300 Beratungsstellen. Direkt und persönlich – eben »Von Mensch zu Mensch.«

Bernd Werner: »Der Grundgedanke des Gesetzgebers, eine Art genossenschaftliche Institution in steuerlichen Fragen zu ermöglichen, hat über die Jahrzehnte an Aktualität nichts verloren. Im Gegenteil.« Gerade das Jahr 2013 werde aus steuerlicher Sicht »unübersichtlich«. Zahlreiche Gesetzesvorlagen seien nicht entschieden. Selbst die Gesetzesänderung für die elektronische Lohnsteuerkarte (ELStAM) stehe immer noch aus. »In dieser Situation kann man nur jedem Arbeitnehmer empfehlen, sich steuerlich helfen zu lassen.«

Informationen:

Lohnsteuerhilfe für Arbeitnehmer e. V., Lohnsteuerhilfeverein, Sitz Gladbeck

Frank Finkensiep

Emscherstr. 62

45891 Gelsenkirchen

Tel.: (0209) 930 77 0

www.lohnsteuerhilfe.net

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