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Alle Anstiege ohne Gewehr

Die Biathletin Miriam Gössner verpasst im 10-km-Langlauf um 0,5 Sekunden Bronze

  • Von Jirka Grahl, Lago di Tesero
  • Lesedauer: 2 Min.

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Nach 2003 hat keine DSV-Langläuferin mehr eine Einzelmedaille bei Weltmeisterschaften gewonnen. Gestern kam Biathletin Miriam Gössner bei ihrem Ausflug zu den Spezialisten dem Podium sehr nah. Doch die Russin Julia Tschekalewa war beim Doppelsieg der Norwegerinnen Therese Johaug und Marit Björgen noch 0,5 Sekunden schneller unterwegs.

Ein roter Sessel, eine flauschige Decke und von oben reichlich Sonnenschein: Miriam Gössner hatte an diesem Dienstagnachmittag allen Grund, sich wohl zu fühlen in der »Leader Box«, jenem Thron, in dem der aktuell Führende Platz zu nehmen hat, damit die Fernsehkameras auch ein paar Emotionen einfangen können und nicht nur wie besessen rennende Langläuferinnen im WM-Stadion von Lago di Tesero im Val di Fiemme.

Ohne Gewehr war Miriam Gössner Bestzeit gelaufen - bis dato. Im Kampf gegen die Uhr beim 10-Kilometer-Freistilrennen hatte die eigens zur Langlauf-WM nominierte Biathletin eine Zeit vorgelegt, an der sich etliche nach ihr ins Ziel kommende Medaillenkandidatinnen die Zähne ausbissen. Charlotte Kalla aus Schweden etwa, die Olympiasiegerin von Vancouver. Oder auch Kristin Störmer Steira und Heidi Weng, die Norwegerinnen, die im WM-Skiathlon die Plätze drei und vier belegt hatten.

Doch als Julia Tschekalewa auf die Zielgerade einbog, war klar, dass es knapp werden würde. Die 29-Jährige hatte die ganze Zeit gleichauf mit Gössner gelegen, jetzt spurtete sie mit letzter Kraft und war mit 25:56,1 Minuten schließlich genau eine halbe Sekunde schneller als Gössner. Eine kleine Überraschung, schließlich hatte es Tschekalewa zuvor erst einmal auf ein Weltcup-Podium schaffen können, vor drei Wochen in Sotschi.

Der Russin blieb kaum Zeit auf dem Thron der Führenden, denn schon bald kam die Norwegerin Marit Björgen und unterbot ihre Zeit um gut 22 Sekunden, ehe ihre als Letzte gestartete Teamkollegin Therese Johaug schließlich die Tagesbestzeit lief: 25:23,4 Minuten. Johaug ließ sich in den Schnee fallen und zelebrierte den Sieg. Erst mit spitzen Freudenschreien, dann mit Tränen und Jubelsprüngen: »Ich hätte nicht gedacht, dass ich Marit hier schlagen könnte«, verriet die 24-Jährige aus Oslo. »Es war ein Vorteil, als Letzte immer die Bestzeiten zu kennen.«

Miriam Gössner aus Garmisch hingegen weinte ein paar Tränen und nannte diesen Nachmittag »einen der bittersten Momente« ihrer jungen Karriere. »Jetzt greifen wir in der Staffel voll an.«

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