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Das Netz schüttelt sich

Harlem Shake Videos erreichen Zuschauerrekorde im Netz

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Alle Videos folgen dem gleichen Ablauf: Die Musik beginnt mit dem Ruf „Con los terroristas“ (mit den Terroristen). Daraufhin fängt jemand an zu tanzen, während um ihn herum eine Gruppe scheinbar Unbeteiligter teilnahmslos ihrer Beschäftigung nachgeht. Über 15 Sekunden steigert sich die Musik, dann heißt es im Song: „Do the Harlem Shake“. Schnitt. Als die Kamera weiter läuft, scheinen alle wie verwandelt, die Gruppe flippt völlig aus: Teils verkleidet, teils maskiert, teils halb nackt, tanzen sie mehr oder weniger im Rhythmus der Musik. Nach einer halben Minute ist der Spuk vorbei und das Video auch.

Alle Videos basieren auf dem Song „Harlem Shake“ des 23-jährigen DJ's Baauer, der in Wirklichkeit Harry Rodrigues heißt. Anfang Februar tauchte der erste Film im Netz auf, inzwischen gibt es laut dem Online-Magazin „The Daily Beast“ mehr als 40.000. Die Videos erreichen bei Youtube nicht selten 25 Mio. Zuschauer – innerhalb von zwei Wochen. Dadurch schoss Baauer diese Woche auf Anhieb auf Platz eins der Billboard Charts. Ein Song über Terroristen? Keineswegs: Der Text habe keine Bedeutung, sagte Baauer gegenüber dem Magazin. Er habe nur willkürlich Tonfragmente zusammengeschnitten.

Die Videos spielen an den unterschiedlichsten Orten, mal in einer Einkaufspassage, im Büro, Unterwasser oder auf der Straße. Ob Fallschirmspringer oder eine Einheit der norwegischen Armee, jeder will scheinbar mitmachen. Kollegen im Büro genauso wie Mitglieder eines Sportvereins, eine Schulklasse, Studenten, Familien oder einfach ein paar Freunde. Männer wie Frauen, meist jugendlich, verabreden sich, ausgestattet mit Schaukelpferd, Schlafsack, Skier oder anderen Gegenständen, um ein solches Video zu drehen und ins Netz zu stellen. Das Video im Netz ist letztlich der Sinn der Sache, und Spaß natürlich. Anders als bei Psys Gangname Style stehen weder Tanz noch Musik im Vordergrund, sondern viel mehr eine möglichst originelle Performance mit Video.

Inzwischen übten Einwohner des von Gentrifizierung geplagten New Yorker Stadtteils Harlem in einem eigenen Video Kritik: Die Videos hätten nichts mit dem originalen Harlem-Shake-Tanzstil zu tun und auch nichts mit Harlem. Sie forderten die Macher auf, nach Harlem zu kommen, um sich ein eigenes Bild über den Stadtteil zu machen. Der US-Nachrichtensendung ABC News zufolge ist der Tanzstil in Harlem bereits 1981 entstanden.

Nicht immer bleiben die Videos folgenlos, wie die Washington Post berichtete: Studenten der Susquehanna Universität in Pennsylvania wurden suspendiert, weil deren Video der Universität sexuell zu anstößig erschien.

Der Harlem Shake hat inzwischen Deutschland erreicht. Nicht nur die Freiwillige Feuerwehr Ahrensburg ist vertreten, Studenten der Berliner Humboldt-Universität lassen in ihrem Video sogar Roboter tanzen. Laut einem Bericht der FAZ analysieren Marketing-Experten nun aufmerksam das Phänomen Harlem Shake in der Hoffnung, die Funktionsweise auf Werbekampagnen übertragen zu können. Sie träumen von ähnlichen Reichweiten in so kurzer Zeit.

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