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Bayers Willen besiegt Sparflammenfußball

Leverkusen dreht Spiel gegen Stuttgart zum 2:1-Erfolg und vergrößert den Vorsprung vor Frankfurt

  • Von Andreas Morbach, Leverkusen
  • Lesedauer: 3 Min.
Leverkusen macht Punkte gut im Kampf um die Champions League. Das könnte auch dabei helfen, die Torschützen vom Samstag zu halten.

Stefan Kießling ist mit Leib und Seele Angreifer - und zwar in allen Lebenslagen. Zu den drei Punkten gegen Stuttgart kam Leverkusens Goalgetter gemeinsam mit seinen Werkselfkollegen zwar erst in den letzten Spielminuten, toll gespielt hatten sie auch nicht, doch umso entschlossener ging der schlaksige Angreifer mit den ungemein beweglichen Extremitäten nach dem Schlusspfiff in die Offensive. Kießling prangerte zunächst den ausgewachsenen Defensivstil der Schwaben an. Die hätten nur »mit Mann und Maus hinten drin gestanden«. Dann attestierte Kießling dem zumindest willensstarken Bayer-Ensemble ein »haushoch verdientes« 2:1 gegen den VfB, ehe er schloss: »Die Moral der Mannschaft ist einfach geil.«

Sein Mitspieler Lars Bender, der vier Minuten nach Kießlings verwandeltem Handelfmeter das Spiel mit einem überlegten Kopfballtreffer endgültig drehte (86.) ist von seiner Art her nicht ganz so ungestüm. »Diese unglaubliche Willenskraft zeichnet unsere Mannschaft ein Stück weit aus«, erklärte der gebürtige Rosenheimer in bürokratischer Begeisterung und ordnete den dritten Sieg der Rheinländer in ihrer insgesamt doch recht angestrengten Rückrunde als eine »schon verdiente Geschichte« ein.

Wie an einem Haufen unliebsamer Felsbrocken hackten die Leverkusener weit über eine Stunde am Stuttgarter Abwehrbollwerk herum. Nicht sehr geschickt, nicht sehr filigran, zudem erkennbar gehemmt. Der von Stuttgarts Stürmer Vedad Ibisevic verwandelte Foulelfmeter (12.) spielte den zuletzt in Europa League und DFB-Pokal vielbeschäftigten Gästen dabei prächtig in die Karten. »Wir wollten das ökonomisch, über die Taktik machen«, erläuterte VfB-Trainer Bruno Labbadia später sein Konzept des Sparflammenfußballs.

Beinahe wäre dem schlechtesten Rückrundenteam damit eine Überraschung in Leverkusen geglückt - doch dagegen hatte im inhomogenen Gebilde von Bayer vor allem einer etwas: Lars Bender. Auch die Pässe des Nationalspielers kamen in der zäh dahin fließenden Partie nicht immer beim gewünschten Adressaten an. Aber der 23-Jährige ließ sich dadurch nicht entmutigen. Im Gegenteil: Bender war stets präsent, erkannte, wie nach Kießlings Strafstoß zum 1:1 »noch mal ein Ruck« durch die Glieder der Leverkusener Kicker ging, den er vier Minuten vor Schluss mit seinem Kopfballheber ins vereinsamte lange Eck des Stuttgarter Tores in eine Gefühlseruption verwandelte.

Als Dank für sein Tor wurde der Mannschaftskapitän unter einem Berg rot und schwarz gekleideter Fußballer begraben, kam irgendwann wieder zum Vorschein - und vernahm schließlich noch den Lobgesang seines grippekranken Trainers Sascha Lewandowski. »Er hat diese totale Mentalität, dieses Nichtaufgeben in sich drin«, betonte der Coach, der die letzten Minuten des Spiels wegen eines lautstarken Disputs mit der Stuttgarter Bank von der Tribüne aus verfolgen musste.

»Heute hat man gesehen, wie viel Power in dieser Truppe steckt«, orgelte Torwart Bernd Leno, als die Nimmermüden vom Rhein erstmals in dieser Saison einen Rückstand in einen Sieg umgebogen hatten. Und zwar in einem günstigen Moment: Frankfurt hatte am Freitag verloren, und zwischen einen sicheren und einen unsicheren Platz in der Champions League haben die Leverkusener nun ein angenehmes Polster von sieben Punkten geblasen.

Ein wichtiger Aspekt auch für Bayers Zukunftsplanungen. Dürften beim Sprung in die Königsklasse doch auch die Abwerbungsversuche der Konkurrenz - allen voran bei den Herren Bender, Kießling und André Schürrle - deutlich dezenter ausfallen als noch im vergangenen Sommer.

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