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Leben auf dem Flugfeld

Wettbewerb gibt neue Ideen für die Nutzung von Tegel

  • Von Nissrine Messaoudi
  • Lesedauer: 3 Min.

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Leben auf dem Flugfeld

Ein urbaner Wald oder neue kostengünstige Wohn- und Arbeitsräume? Durch die wiederholten Verschiebungen der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER, ist auch die Schließung Tegels in die Ferne gerückt. Fleißige Studierende haben sich im Rahmen des Schinkel-Wettbewerb 2013 des Architekten- und Ingenieur-Vereins zu Berlin (AIV) trotzdem schon Gedanken um die Nachnutzung gemacht. Entstanden sind originelle Entwürfe, die seit gestern im Foyer der Universität der Künste zu sehen sind.

Der Schinkel-Wettbewerb wird jährlich seit 1855 ausgeschrieben und ist der größte Ideen- und Förderwettbewerb für junge Planer und Ingenieure im deutschsprachigen Raum. »Mit den Entwürfen wollen wir in die städtebauliche Diskussion einsteigen«, sagte Melanie Semmer, Vorsitzende des Schinkelausschusses bei der Ausstellungseröffnung. Die Ideen stünden nicht in Konkurrenz mit dem Masterplan des Senats, der einen Forschungs- und Technologiepark entwickeln möchte, sondern seien ergänzende Überlegungen dazu. Platz für mehrere Projekte gibt es auf den 450 Hektar großen Areal allemal. Städtebauprofessor und Jury-Mitglied Hans-Joachim Aminde sieht darin eine Chance für die Stadt, günstigen Wohnraum zu schaffen. »Für mich ist ein Flughafen Volkseigentum. Deshalb sollte Tegel den Bürgern zu Gute kommen«, so Aminde. Allerdings müsse man berücksichtigen, dass der Flughafen isoliert und viel zu weit entfernt von beispielsweise Einkaufsmöglichkeiten ist. Einfach nur Wohnungen hochzuziehen reicht also nicht. Das Areal muss vielmehr erschlossen, urbanisiert und belebt werden.

Genau das wollen Dagmara Sietko-Sierkiewicz und David Weclawowicz. Für ihren Entwurf Arbeitswelt = Lebenswelt wurden die Breslauer Studenten in der Fachsparte Architektur mit dem Schinkelpreis ausgezeichnet. Sie schlagen den Bau von Gewerbe und Wohntürmen vor, die in einer L-Form auf bis zu 24 Meter Höhe wachsen können. Zwischen den Büros und Wohnungen soll es Platz für Cafés, Kitas und andere Einrichtungen geben. Besonders stolz sind die Planer auf eine sogenannte Multifunktionshalle. Hier soll tagsüber fleißig produziert und abends die Möglichkeit für Sport und andere Aktivitäten geboten werden. »Das geht natürlich nicht, wenn in der Halle ein Betrieb mit Schichtarbeit tätig ist. Aber es gibt ja auch Firmen, die nur tagsüber produzieren«, erklärte David Weclawowicz. Keine Wohnungen, dafür dichtes Grün, sieht der Entwurf der Berliner TU Studenten Niklas Mayr und Martin Schmitz vor, die mit »Urbane Wälder TXL« in der Sparte Landschaftsarchitektur den ersten Platz belegten. Sie schlagen vor, den Großteil der Fläche des Flughafens Tegel zu bewalden, damit sich diese Fläche gemeinsam mit dem Tegeler Forst zu einem »wichtigen ökologischen und freizeitorientierten Erholungsgebiet Berlins entwickeln kann«. Trotz der Lande- und Startbahn, die zu verschiedensten Aktivitäten einladen soll, wollen die Architekten »kein zweites Tempelhof«. Ihr Ansatz hat nämlich »eine stark ökologische Ausrichtung«, die in großen Mengen CO2 umwandeln könnte, betonten die Planer.

Ob und welche Ideen der Senat letztlich umsetzen kann, wird sich zeigen. Bevor überhaupt gebaut werden kann, muss der Flughafen schließlich erst den Betrieb einstellen.

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