Hans-Dieter Schütt 16.03.2013 / Brandenburg

Winterreise ins Kriegerherz

Theater »aufBruch« zeigt »Nebensonnen« in der Jugendstrafanstalt

Leben heißt Boden verlieren. Also stampfen wir auf, als stimmte diese Behauptung nicht. Leben heißt Niederwurf, also kämpfen wir, als sei der Sieg über andere eine Rettung. Leben heißt: Lass mich in Frieden - dafür ist uns jeder Krieg recht. So wütet, wüstet, wuchert Existenz sich voran.

Wir? Ich? Wer wird sich freiwillig zum Teil dieser zynischen Logik bekennen? Niemand. Es sind doch nur immer die anderen die Krieger. Die Zuschlagenden. Die Schmutzigen. Die Rohlinge. Am Anfang stand das Wort, und es hieß: Gewalt, und es war erfolgreich, das Wort. Das entscheidende Tatwort, um Geschichte zu schreiben. Immer schreiben die Bösen die Geschichte, nicht wir.

Aber plötzlich steht da ein kraftvoller Chor von vierzehn jungen Männern, die Augen brennend weit offen, und dieser Chor peitscht seine Vermutung ins Publikum: Vielleicht seid ja ihr die bösen Menschen! Ihr! Was denn: doch wir? Aha. Möglich, in Verdacht steht jeder, der l...

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