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Ein Traum geht flöten

Nach dem Aus gegen Madrid wollen die Handballer der Füchse Berlin über die Bundesliga zurück in die Champions League

  • Von Jens Mende, dpa
  • Lesedauer: 2 Min.
Auch am Tag danach war der Frust noch groß. »Das wird dauern«, sagte Bartlomiej Jaszka, der polnische Spielmacher der Füchse Berlin. Die verlorene Champions League muss sich der Hauptstadtklub nun in der Liga zurückholen. Das wird schwer.

Weg, erst mal nur weg. Der Hauptdarsteller der Füchse Berlin musste sich lange sammeln, bevor er über die dramatischen Schlusssekunden des Handballkrimis in der Champions League gegen Atlético Madrid sprechen konnte. »Wir hatten die letzte Aktion so gespielt wie besprochen. Aber Madrids Abwehr hat anders reagiert«, schilderte Bartlomiej Jaszka den finalen Spielzug. »Vielleicht hätte ich noch einen Schritt nach vorn machen sollen und passen. Es war eine Frage von Sekunden. Kein Tor, verloren, schade«, ergänzte Berlins Spielmacher.

»Ich hatte noch diesen Torwart-Pulli an, es war keine Zeit mehr«, zählte Jaszka die Stressfaktoren in einem dramatischen Endspurt gegen den Favoriten aus Spanien auf. Als zusätzlicher siebenter Feldspieler für den Torwart bekam er die allerletzte Chance, sein Wurf landete am Pfosten: das Aus, Schluss im Achtelfinale. »Da geht einfach so ein Traum flöten«, sagte Mitspieler Johannes Sellin. Manager Bob Hanning schob nach: »Natürlich tut das weh, wenn man so nah dran ist gegen den dreifachen Champions-League-Sieger.«

Es hätte eine Geschichte wie aus dem Märchenbuch werden können: vom Operationstisch zum Zauberer. Zwei Tage vor dem Hinspiel (29:29) und nur neun Tage vor dem Rückspiel gegen Atlético (26:27) war der von allen nur »Baba« genannte Jaszka am Blinddarm operiert worden. Von seinem Arzt hatte er sich Grünes Licht geholt, »wenn die Mannschaft Hilfe braucht«, erzählte der polnische Nationalspieler. Die Notlage kam schon nach dem Fehlstart in der zehnten Minute. »Nein«, Angst habe er nicht gehabt: »Der Professor hat gesagt, es ist nicht gefährlich. Ich hatte keine Schmerzen.« Die seelischen Narben nach der Niederlage - die bleiben.

Nun müssen sich die Füchse in der starken Bundesliga - Flensburg, Kiel und Hamburg haben anders als Berlin das Viertelfinale erreicht - zurück in die europäische Königsklasse kämpfen. »Natürlich wäre es super, wieder da zu spielen«, meinte der traurige Jaszka. »Das wird eine schwierige Aufgabe.« Derzeit stehen die Füchse auf Rang vier, der diesmal nicht automatisch die Qualifikationschance zur Champions League garantiert. »Wir sind noch mittendrin. Es werden neun Finals«, erklärte Kapitän Tosten Laen zum Restprogramm. Der Angriff auf Platz drei, der schon vier Punkte entfernt ist, soll am Mittwoch bei der MT Melsungen und am Sonntag gegen Flensburg starten.

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