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nd: Frankreichs Senat diskutiert seit Donnerstag den Gesetzentwurf, der allen Arten von Paaren die Ehe erlaubt. Da die Nationalversammlung bereits zugestimmt hat, würde eine negative Entscheidung die Ehe und damit auch das Adoptionsrecht für alle lediglich hinauszögern. Welche Rolle spielt die französische Gesetzgebung für das restliche Europa?
Gougain: Andere Länder beobachten genau, was bei uns abläuft. Es kann durchaus sein, dass Frankreich eine Kettenreaktion in anderen Ländern auslöst. Vielleicht ergibt sich eine ganze Reihe von Ländern, die bei diesen Fragen endlich auch vorankommen.

Sind Sie mit dem Gesetz zufrieden?
Ehe und Adoptionsrecht für alle sind die unabdingbare Basis für das Gesetz, sie waren Teil des Präsidentschaftswahlkampfs. Bei Anhörungen in verschiedenen Ministerien haben wir immer wieder daran erinnert, dass auch die künstliche Befruchtung ein Thema in François Hollandes Präsidentschaftskampagne war. Man hat uns gesagt, sie komme im Gesetz nicht vor, da man zunächst die Ehe für alle und die Adoption absichern wolle. Wir versuchen da schon seit Monaten, Einfluss zu nehmen. Ich weiß aber noch nicht, wie die Regierung sich in der parlamentarischen Debatte zur künstlichen Befruchtung positionieren wird.

Sie reden immer vom »Elternprojekt«. Wie würden Sie den Begriff »Eltern« definieren?
Beim Projekt Eltern kann es sich um eine Adoption oder eine künstliche Befruchtung handeln. Dabei kann einer, beide oder auch kein Erwachsener eine biologische oder genetische Verbindung mit dem Kind haben. Ohne das Elternprojekt über gängige Familienformen heben zu wollen - es ist aus unserer Sicht so, dass sich heterosexuelle Eltern nicht unbedingt so wahnsinnig viele Gedanken über die Elternschaft machen. Hingegen glauben wir, dass jedes Mal, wenn sich ein gleichgeschlechtliches Paar für ein Kind entscheidet, es das Resultat einer sorgsam gereiften Entscheidung ist. Diese Kinder sind dort willkommener als bei jedem anderen Paar.

Wie ist Ihr Standpunkt zu den verschiedenen Möglichkeiten, ein Kind zu bekommen?
Neben der Adoption gibt es noch andere Varianten. Die allermeisten lesbischen Paare fahren nach Belgien oder Spanien, um dort eine künstliche Befruchtung vornehmen und sich medizinisch betreuen zu lassen. Die künstliche Befruchtung ist in Frankreich bereits für heterosexuelle Paare erlaubt. Warum weitet man das nicht einfach auf homosexuelle Paare aus? Leihmutterschaften, also dass eine Frau für eine andere Frau ein Kind gebiert, stoßen in unserem Verband auf große Opposition.

In welchem gesellschaftlichen Bereich gibt es noch Benachteiligungen von Homosexuellen?
In allen sozialen Schichten und gesellschaftlichen Bereichen. Das gleiche gilt für Sexismus und Gewalt gegen Frauen. Im beruflichen Alltag tun zwei von drei Homosexuellen ihre Neigung nicht offen kund. Einer von zwei schwulen Arbeitnehmern befürchtet dadurch eine Benachteiligung. Im Arbeitsleben wird die Homosexualität also schnell zum Tabu. Was die Schulen betrifft, sind die Zahlen besonders alarmierend: Die Suizidraten unter jungen Homosexuellen sind elfmal höher als bei gleichaltrigen Heteros!

Interview: Robert Schmidt

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