Werbung

Garnisonkirche weiterhin umstritten

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Potsdam (epd/nd). Die Debatte über den geplanten Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche findet kein Ende. Brandenburgs früherer Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) sprach sich in der Berliner Wochenzeitung »Die Kirche« (Ausgabe vom 7. April) erneut für die Rekonstruktion der 1933 von den Nazis zur Reichstagseröffnung genutzten Barockkirche aus. Der Wiederaufbau ist vor allem wegen dieser Veranstaltung in der Nazizeit umstritten.

Die Kapelle im Turm könne ein Ort des Dialogs für ein friedliches Zusammenleben »von Christen, Juden, Muslimen und Atheisten zum Wohl der Gesellschaft« werden, schreibt Stolpe, der auch dem Kuratorium der Stiftung für den Wiederaufbau angehört. »Wir brauchen kein Gezänk über Geschichtsdeutungen.« Intoleranz, Gewalt, Rassismus und Antisemitismus müsse entschlossen begegnet werden, forderte der ehemalige evangelische Konsistorialpräsident. Dafür könne die Kirche genutzt werden.

Der Potsdamer Stadtverordnete Sandro Szilleweit von der linksalternativen Fraktion »Die Andere«, der auch Sprecher der Bürgerinitiative »Potsdam ohne Garnisonkirche« ist, kritisierte, das theologische Konzept für den Wiederaufbau sei unverständlich. Die Kirche werde zudem auch von den Einwohnern Potsdams abgelehnt. »Die Stadtbevölkerung liebt sie nicht, denn sie war und ist nicht ihre Kirche, sondern die des Hofes und der Garnison«, schreibt Szilleweit in der Zeitung.

Die knappen Mittel von Staat und Kirche dürften nicht für den teuren Nachbau einer Kirche ausgegeben werden, die nicht für Gemeindemitglieder benötigt werde, argumentiert der Entwicklungsingenieur. Es sei niemandem vermittelbar, dass die Landeshauptstadt Potsdam »keinen Fußballplatz für Kinder bauen kann, aber an anderer Stelle Millionen für Grundstücksschenkungen, Baufeldfreimachungen und letztlich für die Kopie der Garnisonkirche ausgibt«.

Nach bisheriger Planung soll zunächst bis zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 der Turm der Kirche für rund 40 Millionen Euro wieder aufgebaut werden. Der Bau des Kirchenschiffs soll voraussichtlich weitere 60 Millionen Euro kosten. Der Wiederaufbau soll aus Spenden finanziert werden. Der Grundstein wurde bereits 2005 gelegt. Die Bauarbeiten für den Turm wurden bereits mehrfach verschoben und sollen nach aktueller Planung Anfang 2014 beginnen.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!