Werbung

Petition wegen Flaschen?

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

nd: Seit einem Jahr gibt es die Facebookinitiative »Pfand gehört daneben«. Pfandflaschen sollen neben dem Mülleimer abgestellt werden, statt sie hineinzuwerfen. Jetzt richten die Initiatoren Petitionen an die Bürgermeister mit der Botschaft: Lösen Sie das Pfandproblem in Ihrer Stadt! Welchen Erfolg verspricht die Aktion?
Karitiat: Es läuft bestens. Wir wollten mit drei Städten anfangen, Hamburg, Berlin und Münster. Online werden inzwischen schon Unterschriften für 24 Petitionen gesammelt. Vor allem freuen wir uns über die Reaktionen aus Leipzig, dort haben sich bisher die meisten Petenten gefunden. Unfassbar was da abläuft, die haben eine Verteilung der Petition via Facebook, die toppt alle anderen Großstädte.

Wie ist die Idee entstanden?
Vor anderthalb Jahren hat Matthias Gomille, ein Grafiker, in Berlin beobachtet, wie ein Mensch eine leere Bierflasche, vor den Augen eines Pfandsammlers, in den Mülleimer warf. Der Pfandsammler hat sie natürlich direkt wieder heraus geholt. Diese Situation war prägend für Gomille, er gründete seine Facebookinitiative.

Wie sind Sie dazu gekommen?
Ich sah es auf Facebook. Diese simple Aussage »Pfand gehört daneben« fand ich enorm überzeugend. Ich dachte sofort, den Mann muss ich treffen. Als wir uns trafen, war Matthias schon völlig überlastet, weil er komplett überrannt wurde. Innerhalb kurzer Zeit gab es über 5000 Facebookfans. Sie löcherten ihn, wollten direkt Werbung für die Idee machen. Wir haben uns die Arbeit dann geteilt.

Welches Ziel hat das Projekt?
Wir wollen bewusst machen, dass etwa 170 Millionen Euro Pfand im Jahr im Müll landen. Das ist echt viel Geld, das da nicht rein gehört. Es gibt viele Menschen, die genau von diesem Geld leben müssen. Außerdem geht es einfach um Ressourcen: Glas, Alu, Plastik. Das ist kein Müll.

Wie haben Sie das Projekt praktisch umgesetzt?
Mit einer Bastelanleitung für Leergutkisten an Lampenpfählen. Die Idee haben wir zusammen mit der Getränkefirma Lemonaid entwickelt. Die Kisten sind unser praktischer Beweis, dass ein Pfandsammelsystem akzeptiert und verstanden wird.

Gab es jemals Probleme wegen behördlich nicht genehmigter und aufgehängter Kisten?
Es gab nie Ärger. Zumindest ist nie Ärger bei uns angekommen. Das Aufhängen der Kisten ist eine kleine Ordnungswidrigkeit, die normalerweise nicht verfolgt wird. Menschen, die bei der Stadtreinigung arbeiten, müssen die Kisten aber wieder abhängen. Es gibt viele Leute, die hängen sie dann wieder auf, überall, in Görlitz wie in Hamburg.

Was erhoffen Sie sich von der Petition an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister?
Es gibt fast überall Gesetze, die es verbieten, Flaschen neben den Mülleimern abzustellen oder sie wieder heraus zu holen. Es werden per Gesetz Geld und Ressourcen verschwendet. Wir erhoffen uns von der Petition, dass Bewegung in die Sache kommt und die Idee des Sammelsystems umgesetzt wird.

Fragen: Ulrike Kumpe

Zur Petition findet man über den Link: www.pfand-gehoert-daneben.de/petition

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!