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Ausgehackt

Ingolf Bossenz über Folgen einer Falschmeldung

Allsekündlich werden gigantische Ladungen megalomanischen Mülls über »Datenautobahnen« in die daran parkenden Hirne befördert. Um in dieser Welt der Netz- und Sinnfreiheit noch wunschgemäß wahrgenommen zu werden, reicht der profane »Tweet« längst nicht mehr. Zwei Explosionen im Weißen Haus und ein dabei verletzter US-Präsident sind zwar durchaus der Stoff, um aus dem »Hashtag« Hysterie zu schlagen. Aber das kann schließlich jeder Datendepp, sagte sich die »Syrische Elektronische Armee« und hackte sich in das Twitter-Konto von Associated Press, um die katastrophale Kunde millionenfach zu verbreiten.

Mit Erfolg. In den wenigen Minuten, die zwischen der Meldungsausgabe und den Dementis von Nachrichtenagentur und US-Regierung lagen, hatte das sensibelste Organ des kapitalistischen Körpers auf die Falschmeldung bereits reagiert: der Aktienmarkt. Er geriet in Verwirrung, was den US-Leitindex Dow Jones Industrial in die Verlustzone trieb. Kurzzeitig. Aber was heißt das schon in einer Ära, die den von einem Börsenhändler gebrauchten Begriff »Windeseile« längst in den Fundus semantischer Antiquitäten verwiesen hat.

Wenn nun sogar die größte Nachrichtenagentur der Welt in die Reihe der unsicheren Kantonisten expediert wurde und auch der Aktienmarkt nicht zum Lügendetektor taugt, bleibt uns wohl nur noch die Bibel. »Im Anfang war das Wort«, heißt es im Johannes-Evangelium, »und das Wort war bei Gott.« Der dürfte nun wirklich nicht zu hacken sein.

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