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Existenzielle Krise

Olaf Standke über Anschläge im Irak

Nicht nur in Irak war das Aufatmen groß, als die jüngsten Regionalwahlen nach einem blutigen »Wahlkampf« mit vielen Opfern vergleichsweise glimpflich abliefen. Es kam zu früh. Denn seitdem erschüttern fast täglich neue Anschläge das Zweistromland. Nach über 200 Toten binnen vier Tagen sprachen die Vereinten Nationen jetzt von einem »Wendepunkt« und appellierten an das Gewissen der religiösen und politischen Führer Iraks, die Wut nicht über den Frieden triumphieren zu lassen. Vergeblich. Allein am Montagmorgen starben wieder elf Menschen durch politisch motivierte Gewalt.

Es gibt gleich mehrere gefährliche Konfliktlinien. So löste ein blutiger Militäreinsatz gegen Sunniten, die wochenlang in Hawija gegen die ihrer Meinung nach diskriminierende Politik der schiitisch dominierte Regierung demonstriert hatten, in der Region zahlreiche Vergeltungsschläge aus. Die Sahwa-Miliz drohte mit »Krieg wie 2006« gegen die Rebellen in der westlichen Provinz Al-Anbar. Kurdische Kämpfer wiederum haben die Kontrolle über Gebiete nahe Kirkuk übernommen - eine sehr gefährliche Entwicklung, wie der Chef der Bagdader Bodentruppen erklärt und dabei die Ölfelder der Region im Blick hat. Im Norden gibt es ein kurdisches Autonomiegebiet, dessen Grenzen umstritten sind. So wächst die Gefahr eines Bürgerkrieges und der Spaltung des Landes. Muaffak al-Rubai, einst Nationaler Sicherheitsberater in Bagdad, sieht Irak längst in der tiefste Krise seit 1921. Das war das Jahr der Staatsgründung.

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