Burschenschaften verlieren an Boden

Allparteienbündnis in Marburg fasst »historischen Beschluss«

  • Von Hans-Gerd Öfinger
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Vor dem Hintergrund des zunehmenden Rechtsdralls im Dachverband Deutsche Burschenschaft (DB) hat sich kürzlich erstmals eine wichtige Kommune einstimmig politisch von den DB und ihrer rechtsextremen Ausrichtung distanziert.

Es war ein einstimmiger Beschluss: Die Stadtverordnetenversammlung der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg entschied in einer Resolution auf Antrag der Fraktion »Marburger Linke« ohne Gegenstimmen, dass »politische und öffentliche Aktivitäten rechtsextremer Verbindungen und ihrer Mitglieder, die der Deutschen Burschenschaft angehören, in Marburg nicht erwünscht« seien. Dies sei ein »historischer Beschluss«, wie er ihn in dieser Einmütigkeit im Stadtparlament noch nicht erlebt habe, freute sich auch Marburgs Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD).

Hintergrund des Beschlusses ist die Auseinandersetzung um den Marktfrühschoppen, ein Traditionsfest in der Marburger Oberstadt mitten im Hochsommer mit Wurzeln in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und somit in einer Zeit, da die Burschenschaften wesentlich stärker waren. Nicht nur linke, sondern auch liberale Kreise in Marburg kritisieren, dass das Fest zunehmend zum Sammel- ...

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