Spinat mit Käsesoße. Oder: Die Brigittisierung der NSU-Berichterstattung

  • Von Fabian Köhler
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

»NSU-Prozess für Mittagspause unterbrochen«, meldete am Montag die Nachrichtenagentur dpa. »Schreiben die auch, was es zu essen gibt?«, rief eine Redakteur durch den Großraum des »nd«. Über das Mittagsmenü am Münchner Oberlandesgericht erfuhr man nichts, alle anderen Belanglosigkeiten hingegen schon.

Wer am Dienstagmorgen die Zeitung aufschlug, mag den Eindruck gewonnen haben, nicht einer der wichtigsten Terrorprozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte, sondern eine Modenschau für Businesskleidung habe tags zuvor im Münchner Oberlandesgericht stattgefunden: Zschäpe mit schwarzem Kostüm und getöntem Haar. Zschäpe streng mit verschränkten Armen. Zschäpe, die lässig ihr Haar zurückwirft. Zschäpe, deren Hintern gegen einen Stuhl drückt.

»Zschäpe lächelt«, erfährt man in »Die Zeit« gleich in der Überschrift. »Es ist kein herzliches Lächeln«, folgt die mimisch korrekte Einordnung wenig später. Es ist jene Wochenzeitung, die sich laut über den Verlust ihres Presseplatzes beschwert hatte, die nun »Zschäpes Auftritt zur «größten Überraschung an diesem Tage» erklärt. Andere «Leitmedien» der Republik machen es nicht besser.

Wer wartete nach der Aufdeckung von zehn Morden und unzähligen Verfassungsschutzskandalen nicht auf Info...

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