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Gezittert

Düsseldorf steuert geradewegs auf die zweite Liga zu

  • Von Andreas Morbach, Düsseldorf
  • Lesedauer: 2 Min.

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Fußballerisch und mental gleicht Fortuna Düsseldorf einem Trümmerhaufen. Nach dem 1:2 gegen Nürnberg steuert der Verein zielstrebig die Relegationsspiele an - bei seiner aktueller Verfassung dürften die auch mit dem direkten Wiederabstieg enden.

Der letzte der rot gekleideten Trauerklöße hatte sich gerade vom Spielfeld geschleppt, da konnte selbst André Scheidt seine miese Laune nicht mehr verbergen. »Passend zum Spiel«, meldete sich Fortunas Stadionsprecher zehn Minuten nach Spielschluss, »hatten wir auch ein paar Tonausfälle. Zudem war auf der Anzeigetafel die falsche Tabelle.« Wie schon beim erschütternden 1:2 gegen Nürnberg funktionierte in Düsseldorf auch nach der Partie so gut wie nichts. Irgendwie fühlt sich schon jetzt alles zweitklassig an.

Noch ist es aber nicht so weit. Weil Hoffenheim in fünf Tagen vermutlich nicht in Dortmund gewinnen wird, ist der Direktabstieg für den schwer taumelnden Aufsteiger immerhin so gut wie vom Tisch. Mit einem Sieg in Hannover könnte das Team von Norbert Meier sogar die Relegationsspiele umschiffen. Allein der Glaube daran ist verschwunden.

In den vergangenen Wochen musste Trainer Meier bei seinen Übungseinheiten häufiger mal ein paar Raufbolde voneinander trennen, in der Vorwoche schickte er die unliebsamen Profis Andrej Woronin und Nando Rafael davon. Meier wollte bei seiner Arbeit nur noch Fußballer seines Vertrauens um sich herum haben - nur um am Samstag auch von ihnen enttäuscht zu werden. Weder das seltsame Eigentor von Gästeverteidiger Hanno Balitsch noch ihre 1:0-Pausenführung vermochten den Düsseldorfern die angespannten Glieder zu lockern. »Wir haben nie den Faden gefunden«, lautete Meiers Bankrotterklärung.

Vor der Partie hatte er sich noch einen schwarzen Kapuzenpulli mit dem Aufdruck »Fortuna till I die« (Fortuna, bis ich sterbe) übergezogen. Nachher war das Textil versteckt, der frustrierte Trainer erzählte von Spielern, die Verantwortung ständig an den Nebenmann weiterschieben und mit ihren Nerven zu kämpfen haben. »Wir brauchen Kerle, die dieser Geschichte jetzt standhalten«, lamentierte Meier und nannte Namen: »Langeneke, Lambertz, Bellinghausen - die Leute, die schon länger bei uns sind, müssen jetzt vorneweg gehen.«

Doch selbst bei diesem Notplan sieht es für den Trümmerhaufen Düsseldorf düster aus: Bei Kapitän Andreas Lambertz brach gegen Nürnberg eine alte Oberschenkelverletzung auf, sein Einsatz in Hannover ist unsicher. Mittelfeldmann Oliver Fink gab trotzdem bereits ein pathetisches Motto für die Dienstreise an die Leine aus: »Sieg oder Sarg!«

Als die Regenwolken über Düsseldorf gerade Richtung Süden abgezogen waren, diskutierte der aufgeschreckte Aufsichtsrat im VIP-Raum die Trainerfrage. Der Name Mike Büskens kursierte - wohl nicht für das Hannover-Spiel, womöglich aber vor den drohenden Relegationsspielen.

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