Nichts zum Reichwerden

Backen, drucken, feiern, heilen - Seit mehr als 30 Jahren gibt es Kollektivbetriebe in Berlin

  • Von Johanna Treblin
  • Lesedauer: ca. 2.0 Min.

Die Boomzeit von Kollektivbetrieben ist vorbei, aber auch 2013 wurden noch Unternehmen ohne Chef gegründet.

Andy Wolff schwenkt ein schwarz-rotes Fähnchen, während er am Büro der Wochenzeitung »Jungle World« in der Berliner Gneisenau-straße vorbeifährt. Es ist die Fahne der anarchistischen Arbeiterbewegung, Wolff führt eine Fahrradtour zu Berliner Kollektivbetrieben an. Die Route verläuft größtenteils durch Kreuzberg, ein Abstecher führt nach Friedrichshain zur Druckerei Oktoberdruck.

Wolff ist Mitglied des Kollektivs der Regenbogenfabrik, in der es unter anderem ein Kino, ein Café und eine Fahrradwerkstatt gibt. Sie gehört zum Netzwerk der Berliner Kollektive, das im Herbst 2012 gegründet wurde.

Insgesamt zählt Wolff in Berlin 44 Kollektivbetriebe, die zwischen drei und 40 Mitarbeitern haben. »Zur Boomzeit Ende der 70er Jahre gab es fünfmal so viele«, schätzt Wolff. Viele wurden mit der Zeit in reguläre Unternehmen umgewandelt. Andere konnten sich wirtschaftlich nicht halten.

Auch heute noch werden neue Kollektive gegrü...


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