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Verbaler Schlagabtausch um Pankow

Bundestagsdirektkandidat der LINKEN hatte die Konkurrenz zur Diskussion geladen

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Alle sind sie gekommen zum Schlagabtausch: CDU, SPD, FDP, Grüne, Piraten. Stefan Liebich (LINKE), amtierender Direktkandidat im Bundestag aus Berlin-Pankow, hatte eingeladen in die Brotfabrik. »Macht doch bitte das Fenster auf«, ruft der Imam der benachbarten Moschee, der auch gekommen war, als die Luft stickiger und stickiger wird, weil sich immer mehr und mehr Menschen in den Raum drängen. Juliane Wiedemeier von den Prenzlauer-Berg-Nachrichten moderiert.

Erste Runde: Mietenpolitik. »Hohe Mieten und Wohnungsmangel sind ein Problem in Pankow«, sagt Andreas Otto von den Grünen. Keiner widerspricht und das Publikum im Saal nickt. Selbst Lars Zimmermann (CDU) und Linus Vollmar (FDP) stimmen zu. »Das Thema ist da, wir gehen es an«, sagt Zimmermann. »Konkreter!«, ruft einer aus dem Publikum. Zimmermann holt Luft und holt zum Schlag aus: Um 15 Prozent in drei Jahren wolle er die Steigerung der Miete begrenzen, außerdem wolle die CDU berlinweit 60 000 Wohnungen bauen. Stefan Liebich muss sich anstrengen. »Das nützt nichts«, betont er, da dies die falschen Wohnungen seien, nämlich zu teure. »Es muss sozial gebaut werden«, sagt Liebich und redet noch etwas vom Spaltpilz, der er sein wolle, während er die Gegner auf Gegenschläge taxiert. Plötzlich springt der 19-jährige FDP-Kandidat Vollmar in den Ring, schaut kurz zu Liebich und plädiert für »städtische Anreize, Sozialwohnungen zu bauen« und dass, wenn die Stadt es nicht schaffe, halt Investoren die Wohnungen bauen müssten. Zwei Zuschauer klatschen kurz, einer kratzt sich am Kopf. Doch dann hat Klaus Mindrup (SPD) eine Idee: »Mieten bei Neuvermietung an den Mietspiegel koppeln«, sagt er und ist sich damit des Rundensiegs sicher.

Zweite Runde: Allgemeinpolitik. »Ich will reden und zuhören«, sagt Zimmermann von der CDU. Irritierte Gesichter im Publikum. »Unternehmensgründungen erleichtern«. Einer klatscht. »Die Kulturbrauerei ist an einen Investor verschleudert worden, das soll nicht noch mal passieren.« Nicht schlecht, doch die Runde ist noch nicht zu Ende. Vollmar (FDP) greift die Investoren auf, redet von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Otto von den Grünen erwähnt den Skandal um den Bau des Flughafens BER. »Das kann man auf meiner Homepage nachlesen«, sagt er. So etwas wie in Schönefeld würde mit ihm nicht passieren. Viel Nicken im Publikum. »Bei mir hat sich seit unserem Wahlslogan vor vier Jahren nichts geändert. Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden«, sagt Stefan Liebich. Betretene Gesichter im Publikum, einige gehen Bier holen. Dann: »Wir sind der Robin Hood der Parteienlandschaft!« Paff, das sitzt. Die, die Bier holen gehen wollten, bleiben stehen. »Wir nehmen von den Reichen und geben den Armen.« Als ein Raunen durch den Saal geht, sagt Liebich schnell »aber natürlich mit anderen Mitteln«. Ringrichterin Juliane Wiedemeier schlägt den Gong. Rundensieg Liebich!

Dritte Runde: Frage aus dem Publikum an Liebich: »Was ist mit der NATO?« Liebich lächelt. »Da gibt es unterschiedliche Positionen in meiner Partei. Aber ich plädiere für eine neue Struktur unter Einbeziehung Russlands - ähnlich der OSZE.« »OSZ-was?« fragt einer. Fabricio do Canto von den Piraten sieht seine Chance, schaut in die Runde, rückt seinen aus einem bunten Schal geflochtenen Turban zurecht und sagt: »Ich möchte die Vergütung der Politiker an ihre Leistung koppeln.« Gong! Schnell sagt Andreas Otto von den Grünen noch: »Wenn ich gewinne, haben wir einen größeren Saal.« Aber zu spät. Rundensieg Piraten Endlich Zeit für ein kühles Bier.

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