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Tunesiens Polizei ging gegen Salafisten vor

Proteste nach verbotenem Kongress in Kairouan

Tunis (AFP/nd-Etzel). Nach den tödlichen Zusammenstößen zwischen Anhängern der Salafistenbewegung Ansar al-Scharia und Sicherheitskräften in Tunesien sind 200 Personen festgenommen worden. Das gab Regierungschef Ali Larayedh am Montag bekannt, nachdem er der Organisation am Vorabend erstmals Verbindungen zum Terrorismus vorgeworfen hatte. Bei den Ausschreitungen am Sonntag waren in Tunis laut AFP mindestens ein Demonstrant getötet und 18 weitere Personen verletzt worden, darunter 15 Polizisten.

Auslöser der Gewalt war das Verbot eines Kongresses der streng islamistischen Bewegung. Die Regierung hatte ihr unterstellt, dem Terrornetzwerk von Al Qaida nahezustehen. Nachdem das Treffen in der Stadt Kairouan nicht abgehalten werden durfte, hatte Ansar al-Scharia für Sonntag zu einer Versammlung im Westen von Tunis aufgerufen. Hunderte Anhänger der Bewegung warfen Steine und Brandsätze auf die Sicherheitskräfte. Diese setzten Tränengas ein und feuerten Warnschüsse ab. Außer der Polizei waren Einheiten der Armee und der Nationalgarde im Einsatz.

Auch aus Kairouan wurden Zusammenstöße gemeldet. Ansar al-Scharia hatte den Ort keineswegs zufällig für ihre Zusammenkunft gewählt. Die 120 000-Einwohner-Stadt 150 Kilometer südlich von Tunis zählt mit ihren zahlreichen bis zu 1300 Jahre alten Moscheen nach Mekka, Medina und Jerusalem zu den heiligen Städten des Islam. Insofern wurde das Verbot von den Salafisten als besondere Brüskierung empfunden. Dazu kommt der erstmalige Vorwurf der Regierung, die Salafisten seien »dem Terror verbunden« - ohne dafür Beweise vorzulegen. »Ansar al-Scharia«, so Premier Larayedh am Sonntag im tunesischen Fernsehen, »ist eine illegale Organisation, die den Staat herausfordert und provoziert.« Kommentar Seite 4

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