Das Vermächtnis des ermordeten Vaters

Bedrich Fritta - das Jüdische Museum zeigt seine Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt

  • Von Angelika Kettelhack
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Ohne Leo Haas, den jüdischen Künstler, der Jahrzehnte als Karikaturist für »Neues Deutschland« und »Eulenspiegel« in Berlin gearbeitet hat, würde es Thomas Fritta-Haas und seine große Familie in Mannheim wahrscheinlich nicht geben. Und auch die aktuelle Ausstellung »Bedrich Fritta: Zeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt« im Jüdischen Museum Berlin gäbe es wohl kaum, wenn Leo Haas als einziger Überlebender der »Theresienstadt-Maler« die vergrabenen und eingemauerten Kunstwerke nach dem Ende der Nazi-Herrschaft nicht aus ihren Verstecken geholt hätte.

Thomas Fritta, der sich heute Fritta-Haas nennt, wurde 1941 - gerade mal zehn Monate alt - mit seiner Mutter Johanna und seinem Vater Bedrich Fritta von Prag aus in das Ghetto von Theresienstadt deportiert. Bei seiner Befreiung durch die Rote Armee im Mai 1945 war Thomas vier Jahre alt und Vollwaise: Sein Vater wurde in Auschwitz ermordet, seine Mutter starb an Hunger und Fleckf...

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