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Wieder echt gut leben

  • Von Stefan Selke
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

»Sie nahmen und sie gaben, wie ein eigener Sozialstaat, und dafür forderten sie Dankbarkeit und Loyalität. Es war ein einfaches Leben. Wer sich an die Gesetzte hielt, der hatte Ruhe.« In diesem Zitat wird das einfache Leben in brasilianischen Armenvierteln beschrieben. Dort, wo der Staat sich zurückzieht und seinen Bürgern keine Rechte mehr garantiert, treten andere Akteure (hier: die Drogenbosse) mit eigenen Angeboten und Interessen auf. Ist dieses Beispiel übertragbar?

Die vermeintliche Normalität der Tafeln - ein seit 20 Jahren existierendes Almosensystem mit eigenen Regeln inmitten des erodierenden Sozialstaats - ist Abbild einer Gesellschaft, die Solidarität nicht mehr institutionell garantieren will, sondern privatisiert und delegiert. Die öffentliche Sympathie für gemüts- und effektvolle Armutslinderung führt zu einer »Kompression der Solidarität« am Ende der Wirkungskette des sozialen Abstiegs. Das gute Leben gibt es d...


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