Bedrohte Art

In Sachsen-Anhalt sinkt die Zahl der Landschulheime rapide, Fördergeld gibt es kaum noch

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Gerade noch sechs Schullandheime arbeiten heute in Sachsen-Anhalt. Als der Europa-Jugendbauernhof in Deetz bei Zerbst 2001 eröffnete, waren es noch 13. Mangels staatlicher Unterstützung kämpfen etliche Heime ums Überleben.

Der Bock nimmt kurz Anlauf, richtet sich zu imposanter Größe auf - und kracht plötzlich mit seinem ausladenden Gehörn gegen das Gitter. Ein Glück, dass dieses aus solidem Eisen ist. Doch Ulrich Weimeister meint: »Wenn er es nur oft genug versucht, wer weiß …« Man müsse das Geländer irgendwann erneuern, sagt der Leiter des Europa-Jugendbauernhofs in Deetz. So sperrt er die junge Thüringer Waldziege, wenn sie mal zum Übermut neigt, besser in ein festeres Verhau.

Vielleicht sollte Weimeister das temperamentvolle Tier, das zu den Lieblingen der jungen Hofbesucher gehört, besser zur nächsten Finanzrunde nach Magdeburg mitnehmen. Es könnte dann etwas Druck machen in einer Misere, die auf allen Schullandheimen des Landes lastet: Sie erhalten für ihre schulergänzende Projektarbeit nicht einen Cent von der Regierung. »Null institutionelle Förderung«, sagt Ulrich Weimeister, der auch 2. Vorsitzender des Landesverbandes der Schullandheim...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.