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Freundschaft und Verrat

Gedanken an Heimat aus dem Exil: »Der Ausflug der toten Mädchen« von Anna Seghers

  • Von Monika Melchert
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Sie hatte einen schweren, beinahe tödlichen Verkehrsunfall gerade hinter sich, der sie im Juni 1943 in Mexiko-Stadt ereilte, als sie schon glaubte, nun endlich in Sicherheit zu sein. Schädelverletzungen und ein Gedächtnisverlust sind die Folgen. Als sie wieder auf eigenen Beinen stehen kann, schickt man sie zur Erholung in ein mexikanisches Bergdorf. Dort kehrt allmählich die Erinnerung zurück, und auf einmal sind die Jugendfreundinnen wieder um sie, von denen, wie sie doch erfahren hat, viele bei Bombenangriffen auf Mainz ums Leben gekommen sind. Ihr ist, als riefen sie sie mit ihrem Mädchennamen »Netty!«, mit dem sie »seit der Schulzeit niemand mehr gerufen« hatte.

Der Name wird für Anna Seghers zum Rettungsseil, das sie zurückbringt ins Leben, und nun schreibt sie in den folgenden Monaten eine ihrer schönsten Erzählungen, »Der Ausflug der toten Mädchen«, ein Hohelied der Freundschaft, der Verbundenheit mit der Heimat und de...


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