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Per Teleskop in die Röhre geguckt

Brechts »Leben des Galilei« am Berliner Maxim Gorki Theater

  • Von Hans-Dieter Schütt
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Ab und zu ist im Stück die Rede von Gott. Beschwörung der letzten Instanz, um wesentliche Fragen abzuwürgen. Autoritätsanrufung, als sei's ein Argument. Das Stück erzählt, dass man letztlich aber lieber mit Gott reden sollte, weniger mit Menschen. Gott rächt sich nicht.

Galileo Galilei ist am Ende einer, an dem sich gerächt wurde. Das herrschende System rächt sich an ihm, und sein fehlender Charakter rächt sich auch an ihm. Er widerrief, was er als wahr erkannt hatte. Aber beginnt Charakter erst dann, wenn man ihn in Lebensgefahr bringen muss?

Bertolt Brechts »Leben des Galilei« verteidigt die wissenschaftlich begründete Erkenntnis gegen die Dogmen einer verstockten Macht: kopernikanisches gegen ptolemäisches Weltbild. Galilei, der Präzedenzfall für den ewigen Krieg zwischen Aufrichtigkeit und List, Widerstand und Anpassung, ja: Ehrlichkeit und Parteilichkeit.

Am Berliner Maxim Gorki Theater inszenierte Armin Petra...


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