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Syrien - auch für Ärzte ein Notfall

Internationale Medizinerorganisation verlangt dringend Hilfe für Bevölkerung

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat mehr internationale Unterstützung für die Zivilbevölkerung in Syrien gefordert. Die Not der Menschen dort sei unvorstellbar groß.

Die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) hat auf die medizinische Notlage in den syrischen Bürgerkriegsgebieten hingewiesen. Auf ihrer Jahres-Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin beklagte der Vorstandsvorsitzende der deutschen MSF-Sektion, Tankred Stöbe, die völlig unzureichende Versorgung Kriegsverwundeter. Alle Wünsche, in Syrien tätig werden zu können, habe dessen Regierung bisher aber abschlägig beschieden. Stöbe sagte, er erwarte deshalb von der Bundesregierung, dass sie entsprechend auf Damaskus Einfluss nehme. Auf eine nd-Frage, welche Möglichkeiten er da sehe, wo doch Berlin die diplomatischen Beziehungen zur Regierung von Baschar al-Assad weitgehend eingefroren habe, meinte der deutsche MSF-Repräsentant, es gebe noch Kanäle, über die Aktivitäten denkbar seien.

Dessen ungeachtet sei MSF in Syrien aktiv - in von Rebellen beherrschten Orten. Er selbst, so Stöbe, sei im August mit einem Team über die Grenze gegangen - welche sagte er nicht -, um in einer Höhle eine kleine versteckte Klinik aufzubauen. Von Juni bis Ende 2012 habe man in drei Kliniken 10 000 Konsultationen und 900 chirurgische Eingriffe vorgenommen. Dafür habe man zehn Millionen Euro aufgewendet. Heute gebe es 300 Mitarbeiter von MSF »in den von der Opposition kontrollierten Gebieten« an der syrisch-türkischen Grenze. Gar kein Verständnis zeigte Stöbe dafür, dass auch in den für internationale Hilfe frei zugänglichen Flüchtlingslagern bei Syriens Nachbarn eine beträchtliche medizinische Unterversorgung herrsche.

71 Millionen Euro habe die deutsche Sektion von MSF voriges Jahr eingenommen. MSF-Geschäftsführer Frank Dörner merkte an, dass dies über seinen Erwartungen gelegen habe. Er legte Wert auf die Feststellung, dass seine Organisation, um unabhängig zu bleiben, ausschließlich private Spenden annehme. Von den weltweiten Gesamteinnahmen von MSF sollen dieses Jahr 31 Millionen Euro in die Syrien-Hilfe gehen.

An der Demarkationslinie zwischen Israel und Syrien auf den Golanhöhen hat es am Donnerstag auf syrischer Seite heftige Kämpfe gegeben. Die Anti-Assad-Rebellen erklärten, sie hätten den Grenzübergang der Region eingenommen. Damaskus meldete, er sei schon zurückerobert worden.

Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann verkündete, sein Land werde nun seine 380 zur UN-Überwachungstruppe gehörenden Soldaten vom Golan zurückziehen. Deren Bewegungsfreiheit sei de facto nicht mehr gegeben.

Aiman al-Sawahiri, Anführer von Al Qaida, forderte die Rebellen in einer Videobotschaft »zum gemeinsamen Kampf unter dem Banner des Islam gegen das baathistische und alawitische Assad-Regime, die USA und Israel« sowie für ein »Kalifat« auf.

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