Jäger und Gejagte

Sind Wölfe »staatlich geschützte Wilderer«? Statistiken besagen etwas anderes

  • Von Harald Lachmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

Der Wolf, der wieder in 22 Rudeln durch deutsche Forste streift, bringt die Grünröcke nicht selten in Harnisch. Manche geißeln ihn als Wirtschaftsschädling und stilisieren ihn gar zum Kinderfresser. Tatsächlich sterben jährlich Menschen in Wald und Flur - doch nicht durch Wölfe.

Es geschah während der Rapsernte letztes Jahr östlich von Dresden: Aufgeschreckt durch die Mähdrescher, versuchen ein Keiler und eine Bache zu fliehen. Zwei junge Männer auf Mopeds wollen sie aufhalten, doch die Tiere können ausbüchsen. Daraufhin setzt ihnen einer der Landwirte - nach Feierabend Jagdpächter und sogar Jagdvorsteher einer Jagdgenossenschaft in der Sächsischen Schweiz - in seinem Jeep nach. Er kann sie stellen - und überfährt dann beide Tiere »mehrmalig brutal, den Keiler zweimal…«

So heißt es in einem Schreiben, das Mitglieder des Jagdbezirkes, in dem die tödliche Hatz passierte, an die zuständige Untere Jagdbehörde in Pirna sandten. Sie fordern eine scharfe Bestrafung des Mannes wegen seines »verabscheuungswürdigen und unweidmännischen« Verhaltens.

Der Vorfall bei Dresden mag ein Einzelbeispiel sein. Doch es steht für das Bild, das die Jägerschaft verschiedener Regionen verstärkt abgibt. Seit wieder Luchs...

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