Werbung

Fitness-Tanz mit dem »Zwiebelporsche«

Rock'n Rollator - mehr als nur eine Gehhilfe

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

Ursprüngliche als reine Gehhilfe konzipiert, kommt der Rollator mittlerweile auch als Sport- und Trainingsgerät zum Einsatz. Sogar tanzen kann man mit dem Rock'n Rollator

Für Autofahrer ist der Rollator der Rentnerporsche, für Vegetarier der Zwiebelporsche, für Michael Lindner weit mehr als nur eine schnöde Gehhilfe. »Als Symbol der Krankheit hat er längst ausgedient, er ist mittlerweile gesellschaftsfähig geworden«, sagt der 66-Jährige, der das Gefährt beim Internationalen Deutschen Turnfest in Mannheim als Sport- und Trainingsgerät präsentiert.

Schätzungen zufolge sind aktuell zwei Millionen Rollatoren auf deutschen Bürgersteigen unterwegs, jährlich kommen 200 000 hinzu. Lindner hat es sich zur Aufgabe gemacht, Altersgenossen, die auf Rollatoren angewiesen sind, zu mehr Beweglichkeit zu verhelfen - mit und im Optimalfall sogar wieder ohne Rollator: »Bei regelmäßigem Training können das manche schaffen.«

Um dieses Ziel zu erreichen, übt der rüstige Rentner in seiner Heimatstadt Neumünster unermüdlich mit Senioren, die nicht mehr so agil sind wie er selbst. Es beginnt mit Vorwärtsgehen, dann das Gleiche rückwärts, gefolgt von Gehen auf den Spitzen, auf den Hacken, auf den Außenseiten und den Innenkanten.

Für Fortgeschrittene, die sich mehr zutrauen, folgen Slalomlaufen und Rollator-Tanz, für ehrgeizige Ex-Sportler sogar Rollator-Rennen und Rollator-Ball. Doch im Übungsalltag geht es in erster Linie darum, den Abbau von Mobilität wenigstens hinauszuzögern. In seiner Gruppe beim KTV Neumünster muss Lindner daher eher geduldig sein: »Zentral wichtig sind die Wiederholungen, man darf die Menschen auf keinen Fall ständig mit etwas Neuem konfrontieren.«

Für den Verbandsvorsitzenden ist die ständig wachsende »Generation Rollator« eine für Sportvereine überlebenswichtige Zielgruppe. Die Krankenkassen und Wohlfahrtsverbände hat Lindner dabei als Konkurrenten ausgemacht und wirbt daher für ein offensives Auftreten: »Wir müssen selbst zu den Menschen hingehen. Denn sie brauchen ja gar nicht unsere Sporthallen, ihnen reicht ja eine kleine Bodenfläche.«

Geübt wird im übrigen stets zur Musik, Volkslieder und alte Schlager werden da meist favorisiert. Aber auch da unterscheidet sich der Schleswig-Holsteiner etwas von seinen Schützlingen: »Ich höre auch ganz gern mal die Beatles.«

Im Theater Bonn gibt es passend die »Rock›n‹ Rollator-Show«, die einen musikalischen Abend über Lust und Schrecken des Alters bietet. »Schließt sich am Ende der Kreis des Lebens oder dreht sich alles nur im Kreis?«

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen