Werbung

Nicht-Kommerzielle Polikliniken statt Wettbewerb der Einzelpraxen

Es gibt Alternativen zum real existierenden Gesundheitswesen - Teil 13 der nd-Serie

Bei uns droht die ABOkalypse!

Wir brauchen zahlende Digitalleser/innen.

Unterstütze uns und überlasse die Informationsflanke nicht den Rechten!

Mach mit! Dein freiwilliger, regelmäßiger Beitrag:

Was soll das sein

Wir setzen ab sofort noch stärker auf die Einsicht der Leser*innen, dass linker Journalismus auch im Internet nicht gratis zu haben ist – mit unserer »sanften« nd-Zahlschranke.

Wir blenden einen Banner über jedem Artikel ein, verbunden mit der Aufforderung sich doch an der Finanzierung und Sicherstellung von unabhängigem linkem Journalismus zu beteiligen. Ein geeigneter Weg besonders für nd-Online-User, die kein Abo abschließen möchten, die Existenz des »nd« aber unterstützen wollen.

Sie können den zu zahlenden Betrag und die Laufzeit frei wählen - damit sichern Sie auch weiterhin linken Journalismus.

Aber: Für die Nutzung von ndPlus und E-Paper benötigen Sie ein reguläres Digitalabo.

»In ein paar Jahren wird das Gesundheitswesen unbezahlbar sein«, droht uns die veröffentlichte Meinung seit Jahren. Und warum? Es liegt angeblich am demografischen Wandel, am medizinisch-technischen Fortschritt, der Freibiermentalität der Patienten. Mit solchen »Argumenten« werden Privatisierungen im Gesundheitswesen als unumgänglich vorangetrieben; ärztliche Leistungen aus dem Katalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen, Zuzahlungspflichten begründet. Derweil verdient nicht nur die Pharmaindustrie Unsummen. Doch wer kritisiert hier was und warum? Nadja Rakowitz wirft einen kritischen Blick auf das real existierende Gesundheitssystem - und zeigt, dass Alternativen sogar innerhalb kapitalistischer Verhältnisse möglich sind. Klarheit statt Mythen: hier täglich in einer nd-Reihe.

Nicht-Kommerzielle, sozialmedizinische Zentren statt Einzelpraxen

Statt die ambulante Versorgung KleinunternehmerInnen in Einzelpraxen zu überlassen, könnte sie auch von angestellten Gesundheitsprofessionellen (ÄrztInnen wie TherapeutInnen, KrankenpflegerInnen etc.) in Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) oder Polikliniken übernommen werden. Diese MVZ und Polikliniken könnten auch an – nicht-kommerziell arbeitende – Krankenhäuser angeschlossen sein oder mit diesen eng zusammenarbeiten.

Eine besondere Rolle spielen dabei hochqualifizierte und gut ausgebildete, psychosozial geschulte PrimärärztInnen mit Kenntnissen einer auf wissenschaftlichen Studien beruhenden («evidenzbasierten») Medizin, deren Aufgabe es wäre, koordinierend, kontinuierlich und qualitativ hochwertig den gesamten Menschen in seinem sozialen Umfeld sowie in seiner natürlichen Umwelt in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Der Besuch von PharmareferentInnen in Praxen und Krankenhäusern müsste verboten werden und durch unabhängige Institutionen, die über neue Arzneimittel informieren und Fort- und Weiterbildung anbieten, ersetzt werden.

Diese sozialmedizinischen Zentren sollten sich auch präventiv engagieren und eng mit kommunalen Strukturen zusammenarbeiten, um so Krankheiten bereits im Vorfeld zu verhindern. Über Kooperationen einzubinden sind auch Pflegeberufe und andere Leistungsanbieter sowie Sozialberufe und (ehrenamtliche) Mitglieder von Selbsthilfegruppen. Anzustreben sind Netzwerke unterschiedlicher Berufsgruppen, die in der Prävention, Patientenversorgung und Rehabilitation aktiv sind.

Bislang scheiterten solche Ansätze am Konservativismus der großen Mehrheit der Ärzteschaft. Aber heute wollen viele junge MedizinerInnen gar nicht mehr UnternehmerIn in einer Einzelpraxis sein und ziehen eine Anstellung – außerhalb von Krankenhäusern – vor.

Die von Dr. Nadja Rakowitz verfasste Broschüre „Gesundheit ist eine Ware. Mythen und Probleme des kommerzialisierten Gesundheitswesens“ ist in der Reihe »luxemburg argumente« erschienen und kann bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung bestellt werden.

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!

Noch kein Abo?

Jetzt kostenlos testen!

14 Tage das »nd« gratis und unverbindlich als App, digital oder gedruckt.

Kostenlos bestellen