Markus Mohr 04.07.2013 / Kultur
Politisches Buch

Als Heinemann den Dienst quittierte

Staatsschutz in Westdeutschland - Im Visier: Studenten, Kommunisten und Antifaschisten

Dieses Buch liest sich stellenweise wie ein zeitgeschichtlicher Kommentar zur Ausspähung der Bundesrepublik durch US-amerikanische Geheimdienste und zum Versagen der Sicherheitsbehörden im Fall des NSU-Mördertrios. Was Dominik Rigoll in umfangreichen Archivrecherchen über den Staatsschutz in Westdeutschland seit 1945 zusammengetragen hat, wirft auch auf aktuelle Fragen der »inneren Sicherheit« ein neues Licht.

Mitte Februar 1974 kam es auf Drängen der CDU-Fraktion anlässlich des 25. Jahrestages des Grundgesetzes zu einer Verfassungsdebatte im Bundestag. Als Hauptredner eröffnete der hessische CDU-Landesvorsitzende Alfred Dregger die Aussprache, die wesentlich um »Extremistenbekämpfung« kreiste. Dregger zitierte aus einem Flugblatt des NS-Studentenbundes über die Befreiung der »ausgebeuteten Volksschichten« von der »Hochfinanz« und stellte dieses in einen direkten Bezug zu Ansichten, die es auch im linken Flügel der SPD gäbe. D...

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