Das ästhetische Ideal des Neoliberalismus

  • Von Roberto de Lapuente
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Die als alternativlos verkaufte Politik der deutschen Regierung vermittelt uns, dass eigentlich alles richtig läuft und, dass wir auf einem guten Weg sind. Wie keine deutsche Regierung zuvor, kultivierte die unter Merkel den totalitären Kitsch des Neoliberalismus. In „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ befasst sich Milan Kundera ausgiebig mit dem Kitsch.

Er sei „die absolute Verneinung der Scheiße [und] schließt alles aus seinem Blickwinkel aus, was an der menschlichen Existenz im wesentlichen unannehmbar ist“. Natürlich hatte Kundera damals den Kitsch des real existierenden Sozialismus im Auge. Er fragte sich, warum so viele seiner tschechischen Landsleute sich mit diesem System arrangiert hatten.

Das „kategorische Einverständnis mit dem Sein“ nannte er diese Haltung. Dieses war für ihn nichts anderes als eine Welt, „in der die Scheiße verneint wird und alle so tun, als existiere sie nicht“. Dieses „ästhetische I...


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