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Sachlich, kritisch ...

Zum Tod des Journalisten K.-H. Gerstner

Sachlich, kritisch und optimistisch«. Eben genau mit diesen berühmt gewordenen Worten endete 33 Jahre lang die »Sonntägliche Wirtschaftsbetrachtung« des Karl-Heinz Gerstner (ND-Foto: B. Lange) im Rundfunk der DDR. »Sachlich,, kritisch, optimistisch. Eine sonntägliche Lebensbetrachtung«, so heißt auch seine Autobiografie, die lesenswerte Lebensbeichte eines der außergewöhnlichsten Journalisten der DDR (edition ost, 448 S., 19.90 ). In den Jahren des Zweiten Weltkriegs verschlug es den studierten Juristen an die Deutsche Botschaft in Paris, nach Kriegsende fand er sich in sowjetischer Haft wieder. Der Berliner aus gutem Hause wurde Sozialist. Parteijournalist, in Wirtschaftsfragen bald eine Institution. Tausende Wirtschaftsbeiträge in seiner, der »Berliner Zeitung«. Präsentator des Fensehmagazins »Prisma«, welches heiße Eisen der Wirtschaft in der DDR anpacken durfte. Geduldet, gefürchtet, gemaßregelt und selbst Maß nehmend. Und immerhin so beliebt bei den Zuschauern, dass Gerstner wiederholt zum »Fernsehliebling« gekürt wurde. Nach der politischen Wende hat er öfter mal im ND angerufen. Manchmal auch für uns geschrieben. Längere Beiträge über den real existierenden Kapitalismus. Immer sachlich. Weiterhin kritisch. Zunehmend pessimistisch. Am 14. Dezember starb Karl-Heinz Gerstner 93-jährig in Kleinmachnow.

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